Symbolbild

© APA/EPA/MASSIMO PERCOSSI

Italien
02/10/2016

Drei Chefinnen der Mafia hinter Gittern

Es wurden 109 Mitglieder des Clans der Cosa Nostra Laudani aus Catania festgenommen.

500 Polizisten und Spezialeinheiten waren im Einsatz, um 109 mutmaßliche Mitglieder des gefürchteten Cosa-Nostra-Clans Laudani in Catania festzunehmen. Hinter Gitter landeten auch drei Frauen – Maria S., Concetta S. und Paola T. –, die laut Staatsanwaltschaft an der Spitze des Clans standen.

Das Ausmaß der weiblichen Macht wurde durch die Aussagen eines pentito, eines Kronzeugen, bekannt. Giuseppe Laudani berichtete, dass er mit den Regeln der "Mafia und des Schutzgelds" von Maria S. und "Tante Concetta" aufgezogen wurde. Die beiden Mafia-Chefinnen erklärten ihrem "prinicpe", wie sie den späteren Clanchef Giuseppe Laudani nannten, die Familienstruktur. Sie klärten ihn bereits sehr früh darüber auf, welche Unternehmen, Geschäfte und Lokale in ihrem Einflussgebiet, den Ortschaften rund um Catania und den Vulkan Ätna, mit Schutzgeldforderungen zu erpressen sind. Auf diese Weise konnten sie ihr illegales Finanzimperium ausbauen und auf Bauwesen, Fleischereibetriebe und Supermarktketten ausweiten.

Den verhafteten Clanmitgliedern werden zahlreiche Morde und Attentate sowie Erpressung, Waffen- und Drogenhandel vorgeworfen. Der Name Laudani sorgt in Catania seit Jahrzehnten für Angst und Schrecken.

Aufstieg von Bauern

Ursprünglich verdiente die Bauernfamilie ihr Geld mit Ziegen. Seit den 1960er-Jahren hat der Clan seine illegalen Geschäfte vom volkstümlichen Viertel San Cristoforo systematisch ausgeweitet. Boss Sebastiano Laudani war besonders für seine skrupellosen Erpressungen von Unternehmern gefürchtet. Nach seiner Verhaftung übernahmen seine Kinder die Führung. Sie lieferten sich Mafia-Kriege mit verfeindeten Clans und schlossen Allianzen mit der ’Ndrangheta, der Mafia von Kalabrien.

Die Verbrechensliste des Laudani-Clans ist lang: Ein verfeindetes Clan-Mitglied wurde streunenden Hunden zum Fraß vorgeworfen. In den 90er-Jahren erschossen sie zahlreiche Unternehmer mit Kalaschnikows. Sie verübten einen Anschlag auf eine Polizeikaserne, töteten den Polizisten Luigi Bodenza und den Anwalt Serafino Famà.

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