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Italien
06/10/2014

Behörden setzen Flüchtlinge aus

Die Lager sind übervoll, hunderte Migranten ausgesetzt.

Das gute Pfingstwetter hat erneut tausende Immigranten aus Syrien und Afrika zur Flucht über das Mittelmeer getrieben. 8000 Flüchtlinge haben seit Donnerstag die Küsten Siziliens erreicht. Seit Jahresbeginn landeten 52.000 Migranten in Süditalien, teilte Carlotta Sami, Italien-Sprecherin des Flüchtlingswerks UNHCR, mit. Dies waren ebenso viele wie im gesamten Vorjahreszeitraum. Zehntausende weitere Flüchtlinge warten in Libyen auf eine Gelegenheit zur Überfahrt.

Ohne Geld und Nahrung ausgesetzt

Die italienischen Behörden haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Dienstag auf zwei Parkplätzen am Rande von Rom und Mailand hunderte Migranten ohne Geld oder Nahrung ausgesetzt. Es habe zwei Gruppen von jeweils 160 bis 170 Menschen gegeben, die am Stadtrand von Rom beziehungsweise Mailand abgesetzt worden seien, sagte die UNHCR-Sprecherin für Italien, Carlotta Sami.

In einer Erklärung kritisierte das UNHCR, viele der Einwanderer seien verwirrt gewesen und hätten keine Schuhe gehabt. Außerdem hätten sie nichts zu Essen oder Trinken erhalten, hieß es. Die Gruppe in Rom sei schließlich in einer Einrichtung für Asylbewerber aufgenommen worden, doch die Gruppe in Mailand habe sich am Nachmittag noch immer auf dem Parkplatz befunden, sagte Sami der Nachrichtenagentur AFP.

Keine Stellungnahme von Rom

Das Innenministerium in Rom äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Die Flüchtlinge gehörten zu einer größeren Gruppe von 1300 Einwanderern, die im Mittelmeer von Booten gerettet und am Montag in den süditalienischen Hafen von Taranto gebracht worden waren.

Das UNHCR mahnte, die Vorfälle unterstrichen die Dringlichkeit, einen strukturierten Plan zur Aufnahme der Flüchtlinge auszuarbeiten. Das Innenministerium einigte sich am Dienstag mit der Vertretung der Kommunen auf eine Rahmenvereinbarung, mit der die Gemeinden im ganzen Land bei der Aufnahme von Flüchtlingen in die Pflicht genommen werden.

UNO appelliert an internationale Gemeinschaft

Die UNO ruft die internationale Gemeinschaft auf, Italien im Umgang mit der Flüchtlingswelle aus Afrika nicht allein zu lassen: "Das Problem der Migrantenwelle, die den Mittelmeerraum belastet, ist keine Situation, die Italien allein bewältigen kann", sagte ein UNO-Sprecher. "Italien hat im Umgang mit den Flüchtlingen eine große Last übernommen, für das Problem der massiven Migration ist jedoch eine internationale Antwort notwendig."

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