Höxter-Prozess: Angeklagter gestand Teilschuld

Der Angeklagte Wilfried W. © Bild: APA/dpa/Bernd Thissen

Wilfried W. hat bei einem der beiden Todesfälle im "Horrorhaus" unterlassene Hilfeleistung zugegeben, berichtet ein Gutachter.

Überraschung im Mordprozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horrorhaus von Höxter: Der Angeklagte hat nach Angaben eines Gutachters eine Teilschuld eingestanden. Bei einem der beiden Todesfälle gebe Wilfried W. unterlassene Hilfeleistung zu, berichtete der psychiatrische Gutachter Michael Osterheider am Dienstag im Landgericht Paderborn.

Das 'Horrorhaus' in Höxter
FILE - In this Sept.19, 2016 file picture af ence hides part of a house in Hoexter, Germany. A couple accused of luring women … © Bild: AP/Friso Gentsch
Bisher hatte W. alle Schuld von sich gewiesen. Außerdem werfe er sich vor, die Gewalt nicht unterbunden zu haben. Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. und Angelika W. mehrere Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien. Wilfried W. und Angelika W. sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt.

Gutachter Osterheider sagte als Zeuge zu Gesprächen aus, die er von März bis Juni im Gefängnis und im Landgericht mit dem Angeklagten geführt hatte. Dabei musste sich der Psychiater in einem ersten Schritt noch nicht als Gutachter befragen lassen, sondern schildern, was ihm der Angeklagte in der Befragung über insgesamt 16 Stunden mitgeteilt hatte.

Mit-Angeklagte Angelika W.
ABD0071_20170516 - Der Angeklagte Wilfried W. (l) und sein Anwalt Detlef Binder (M), sowie die Angeklagte Angelika W. stehen am … © Bild: APA/dpa/Bernd Thissen
Der Verteidiger von Wilfried W., Detlev Binder, warf dem Gutachter nach seiner Aussage "grob schlampige Arbeit" vor. Er lehnte den Professor der Uni Regensburg erneut als Gutachter ab.
( Agenturen , tem ) Erstellt am 14.11.2017