Chronik | Welt
31.01.2018

Helfer befürchten viele Tote bei Bootsunglück im Mittelmeer

Laut Aussagen von Überlebenden könnten bis zu 40 Migranten ertrunken sein.

Bei einem Bootsunglück im Mittelmeer könnten am Wochenende bis zu 40 Migranten ertrunken sein. Das haben Aussagen von Überlebenden, die am Dienstagabend in Augusta auf Sizilien an Land gegangen waren, ergeben, wie der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio di Giacomo, am Mittwoch twitterte.

Am Samstag waren bei mehreren Rettungseinsätzen rund 800 Migranten unter anderem von der italienischen Küstenwache und Hilfsorganisationen gerettet worden. Zwei Leichen wurden geborgen. Weil sie Wasser in den Lungen hatten, mussten 16 Migranten - darunter sechs wiederbelebte Kinder - mit einem Militärhubschrauber ins tunesische Sfax ins Krankenhaus geflogen werden.

99 Menschen von Schlauchboot gerettet

Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee hatten am Samstag 99 Menschen von einem Schlauchboot gerettet. Als die "Aquarius" das Boot erreichte, hatte es bereits viel Luft verloren, zahlreiche Migranten schwammen im Wasser, wie die Hilfsorganisationen mitteilten. Viele Überlebende seien orientierungslos und verwirrt gewesen, weil sie Benzin eingeatmet hätten, das in das Boot eingedrungen sei.

Im Jänner haben dem italienischen Innenministerium zufolge bereits 3.597 im Mittelmeer Gerettete Italien erreicht. Die meisten von ihnen stammen aus Eritrea, gefolgt von Menschen aus Tunesien, Pakistan und Libyen. Letzteres gilt als überraschend: Das Bürgerkriegsland Libyen ist eigentlich Transitland für Afrikaner, die auf eine Überfahrt nach Europa hoffen. Einheimische zählten bisher nicht zu den Migranten, die hauptsächlich in Italien ankommen.