Chronik | Welt
23.08.2017

Flut spülte seltene Nashörner aus Nepal bis nach Indien

Vier Nashörner entkamen der Flut und landeten in Indien ausgerechnet in einem Tigerschutzgebiet.

Monsunfluten haben vier Nashörner aus einem Nationalpark in Nepal bis nach Indien mitgerissen - dort landeten die bedrohten Tiere ausgerechnet in einem Tigerschutzgebiet, wurden aber gerettet. Dafür waren rund 40 Experten und Soldaten aus Nepal 150 Kilometer weit in das Nachbarland gereist, wie ein Sprecher des Chitwan-Nationalparks am Mittwoch mitteilte.

Mit der Hilfe von mehr als 100 indischen Tierschutzbeamten fingen sie die zwei erwachsenen Panzernashörner und zwei Kälber demnach mit einem Betäubungsgewehr ein und fuhren sie in einem Lastwagen zurück. Ein weiteres Nashorn, das die Fluten ebenfalls mitgerissen hätten, sei offenbar auch in Indien gesehen worden. Es werde gerettet, sobald es sich eindeutig identifizieren lasse, sagte der Sprecher.

Panzernashörner sind eine gefährdete Art. In Nepal hat sich ihre Zahl in den vergangenen Jahren allerdings auf fast 650 Tiere verdoppelt.

Tagelanger Monsunregen hatte im Himalaya-Staat Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht, bei denen mindestens 130 Menschen ums Leben kamen. Auch die Nachbarländer Indien und Bangladesch wurden schwer getroffen. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften sprach am Dienstag in einer Mitteilung von den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten in Teilen Südasiens. Bis zu 700 Menschen seien gestorben. Hunderte weitere seien von der Außenwelt abgeschnitten, und ihnen gehe das Essen aus. Es könne zudem zum Ausbruch gefährlicher Krankheiten kommen.