Chronik | Welt
09.08.2017

Flüchtlinge: IOM rettete seit April Tausende in Sahara

Schlepper nutzen immer riskantere Routen durch die Wüste. Kontrollstellen in ganz Niger geplant.

In der Wüste des Sahel-Staats Niger sind nach UN-Angaben seit April rund tausend Flüchtlinge gerettet worden, die von Schleppern in hilfloser Lage ausgesetzt worden waren. Die Menschenschmuggler nutzten immer riskantere Routen, um die Migranten in Richtung Europa zu bringen, teilte die UNO-Migrationsorganisation IOM am Mittwoch nach einer Erkundungsmission in die Region mit.

Rettungsteams der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hätten die ausgesetzten Menschen in der Wüste aufgegriffen und in Sicherheit gebracht. Im vergangenen Monat habe sie eine Mission zur "Bewertung der Migrationsrouten" ausgeführt, um die Rettungsaktionen zu verbessern, erklärte die UN-Organisation. Dabei seien gemeinsam mit einer nigrischen Behörde mehr als 1.400 Kilometer zurückgelegt worden, um die "Entwicklung der Migrationsströme" und "neuerdings genutzte Routen" zu beobachten. Zum besseren Schutz der Migranten sollten nun im ganzen Land Kontrollstellen eingerichtet werden.

Der Niger grenzt im Norden unter anderem an Libyen, eines der Haupttransitländer für Flüchtlinge aus Afrika auf ihrem Weg nach Europa. Allein in den Monaten Mai und Juni waren laut IOM die Leichen von 52 Menschen in der Wüste gefunden worden, darunter mehrere Babys. Etwa 50 weitere Flüchtlinge seien außerdem als vermisst registriert und wahrscheinlich ebenfalls tot.