Party in US-Lagerhaus: Mindestens 30 Tote nach Brand

Foto von @seungylee14 zeigt den Brand in der Nacht. © Bild: AP

Lagerhaus in Oakland wurde offenbar illegal genutzt - für eine Party, auf der sich zwischen 50 und 100 Menschen befanden.

Nach dem verheerenden Brand während einer Party in einem Lagerhaus in Kalifornien haben die Ermittler in den Trümmern mehrere Dutzend Tote gefunden. Die Zahl der Opfer stieg am Sonntag auf 30, wie Polizeisprecher Ray Kelly sagte. Weitere Menschen wurden noch vermisst.

Die Identifizierung der verkohlten Leichen gestalte sich schwierig, sagte Kelly. Bisher hätten erst in drei Fällen die Familien Gewissheit über den Tod ihres Angehörigen. Auch ausländische Studenten wurden unter den Opfern vermutet

Mithilfe von schwerem Gerät und Spürhunden suche die Feuerwehr in den Trümmern nach weiteren Opfern. Auch Flutlichter seien installiert worden. Es habe sich möglicherweise um den bisher folgenschwersten Gebäudebrand in der Geschichte Oaklands gehandelt. Das Lagerhaus wurde anscheinend illegal genutzt, eine Genehmigung für die Party gab es nicht, wie es weiter hieß.

Brandursache unklar

Das Feuer brach am Freitag gegen 23.30 Uhr (Ortszeit) in dem zweistöckigen Gebäude aus. Wie es dazu kam, war zunächst unklar. Bilder aus der Nacht zeigten, wie große Flammen aus dem Lagerhaus schlugen. Mehr als 70 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Die Löscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin. Das Dach stürzte ein, woraufhin auch die zweite Etage in Teilen einbrach.

Die Behörden richteten eine Anlaufstelle für Angehörige ein. Berichten zufolge befanden sich zwischen 50 und 100 Menschen auf der Party. Das örtliche NBA-Basketballteam der Golden State Warriors kündigte eine Spende von 50.000 Dollar (rund 47.000 Euro) für die Familien an. Vor ihrer Partie gegen die Phoenix Suns gab es am Samstagabend eine Schweigeminute für die Opfer.

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People gather near a warehouse after it was destroyed by a fire, December 3, 2016 in Oakland, California. Up to 40 people were… © Bild: APA/AFP/NICK OTTO

Polizeisprecher Kelly sagte, nur wenige Menschen seien nach dem Brand in Krankenhäuser gebracht worden. "Es scheint so, als ob die Menschen es entweder nach draußen geschafft haben oder gar nicht." Ein Feuerwehrmann sagte, das Innere des Gebäudes habe einem Labyrinth geglichen.

Nach Angaben der Behörden gab es zwei Ausgänge. Die meisten der neun Toten hätten im zweiten Stockwerk gelegen, sagte Feuerwehrchefin Teresa Deloach-Reed. Dorthin führte nur eine provisorische Treppe. Nach ihren Angaben gibt es keine Erkenntnisse dafür, dass das Lagerhaus über eine Sprinkleranlage oder Rauchmelder verfügte.

Laut der Zeitung "East Bay Times" lebten rund 50 Menschen in dem Gebäude. Künstler nutzten Räume als Ateliers. Die Stadt hatte am 13. November eine Untersuchung eingeleitet, nachdem es Beschwerden über eine illegale Nutzung gegeben hatte.

( Agenturen , sho ) Erstellt am 04.12.2016