Fingierte Everest-Besteigung: Bergverbot in Nepal

Satyarup Sidhantha
Foto: AP/Bikas Das Satyarup Sidhantha mit dem Original (l.), das ihn am Mount Everest zeigt

Ein Ehepaar hatte Gipfelfotos vom höchsten Berg der Welt gefälscht.

Wegen gefälschter Gipfelfotos vom Mount Everest hat Nepal zwei indischen Bergsteigern ein zehnjähriges Bergverbot erteilt. Dinesh und Tarakeshwari Rathod hatten behauptet, am 23. Mai den höchsten Berg der Welt bezwungen zu haben.

Andere Bergsteiger hatten die Geschichte des Ehepaars in Zweifel gezogen. Die nepalesische Tourismusbehörde, die die Everest-Besteigung der beiden Polizisten zunächst bestätigt hatte, leitete schließlich eine Untersuchung ein.

Die Ermittler kamen nun zu dem Schluss, dass die Rathods ihren Gipfelerfolg nur vortäuschten, wie Behördenchef Sudarshan Prasad Dhakal am Dienstag sagte. Sie hätten dazu Gipfelfotos des indischen Bergsteigers Satyarup Sidhanta (siehe Foto) manipuliert. Zur Strafe und als Warnung für andere Kletterer dürften die beiden nun zehn Jahre lang keinen Berg in Nepal besteigen.

Nach eigenen Angaben erreichte das Paar den 8.848 Meter hohen Gipfel des Everest am 23. Mai. Den Kritikern zufolge war an diesem Tag aber das Wetter nicht mehr gut genug dafür. Außerdem trage das Paar unterschiedliche Schuhe auf Fotos, die vom selben Aufstieg stammen sollen. Ein Schuhwechsel sei jedoch so nah am Gipfel wegen der extremen Bedingungen unmöglich. - derstandard.at/2000040123554/Indisches-Paar-soll-Everest-Gipfelfotos-gefaelscht-haben

Satyarup Sidhantha Foto: AP/Bikas Das In diesem Jahr gelang insgesamt 456 Menschen, darunter mehr als 250 ausländischen Alpinisten, der Aufstieg auf den höchsten Berg der Welt. In den beiden vorangegangenen Jahren hatte dagegen nur ein einziger Mensch den Gipfel erreicht. Nach zwei schweren Unglücken waren alle Expeditionen abgesagt worden.

NEPAL-MOUNTAINEERING-EVEREST Foto: APA/AFP/NIMA GYALZEN SHERPA 2014 wurden 16 Sherpas durch eine Lawine getötet, als sie die Route zum Gipfel vorbereiteten. 2015 wurde die Himalaya-Region von zwei schweren Erdbeben erschüttert. In Nepal kamen etwa 8.900 Menschen ums Leben. Am Mount Everest wurde eine massive Lawine ausgelöst, die das Basislager teilweise zerstörte und 18 Menschen in den Tod riss.

FILE - In this Feb. 22, 2016 file photo, internati… Foto: AP/Tashi Sherpa Im Jahr 2010 hatte sich der steirische "Skyrunner" Christian Stangl nach einer Expedition auf den K2 (8.611 Meter) als Bezwinger des pakistanischen Achttausenders feiern lassen - nur um kurz nach seiner Rückkehr eingestehen zu müssen, dass er sich den Gipfelsturm "eingebildet" hatte. Ihm glückte zwei Jahre später die Rehabilitation: Stangl stand im Juli 2012 am Gipfel des K2.

Light illuminates Mount Everest, during sunset in Foto: REUTERS/NAVESH CHITRAKAR

Mai 2016

Nepal beging nach zwei Katastrophenjahren erfolgreiche Everest-Saison

Nach zwei Katastrophenjahren ist in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu am 29. Mai erstmals wieder der Tag des Mount Everest gefeiert worden. Die Feier nach dem erfolgreichen Abschluss der Klettersaison am mit 8.848 Metern höchsten Berg der Welt wurde vom Tourismusministerium veranstaltet.

Für den seit 2008 begangenen Tag des Mount Everest wurde der 29. Mai gewählt, weil an diesem Datum im Jahr 1953 der Neuseeländer Edmund Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay als erste Menschen den Gipfel des Berges erklommen hatten. 2016 gilt als die erste normale Klettersaison seit drei Jahren, nachdem 2014 und 2015 alle Expeditionen wegen Naturkatastrophen abgesagt worden waren.

NEPAL-MOUNTAINEERING-EVEREST Foto: APA/AFP/PHURBA TENZING SHERPA/HO

(apa, afp / dw) Erstellt am
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