Chronik | Welt
14.08.2017

Brände in Südeuropa – "Die Hölle"

Auf Korsika flüchten Urlauber zum Strand, in Griechenland müssen Kinder-Zeltlager evakuiert werden

Touristen liegen am Strand, vor ihnen das klare Meer und die brennende Sonne. Klingt nach einem schönen und erholsamen Urlaub, doch die Touristen und Bewohner Korsikas liegen nicht freiwillig am Strand – Waldbrände zwangen sie, dort Schutz zu suchen.

In Korsika wüten seit Wochen Waldbrände, rund 20 Quadratkilometer Land wurden vernichtet, und die Flammen konnten immer noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Im Norden der Insel, am Cap Corse, die eigentlich nicht für Großfeuer bekannt ist, mussten hunderte Menschen, die Mehrzahl davon Camping-Touristen, vor einem Waldbrand fliehen. Sie wurden in Notunterkünften in Sicherheit gebracht.

Das erste Feuer der jüngsten Serie von Bränden war in der Nacht zum Freitag nordwestlich der Hauptstadt Bastia ausgebrochen und breitete sich in Richtung der dichter besiedelten Gebiete an der Ostküste aus. Die Polizei konnte daraufhin einen Mann festnehmen, der verdächtigt wird, im Nordosten der Insel fünf Brände gelegt zu haben. Er war alkoholisiert und trug eine Stichwaffe bei sich.

Im Nordwesten der Insel wüten ebenfalls Brände, und Einsatzkräfte versuchen die Flammen so gut wie möglich in Zaum zu halten. Durch die anhaltend hohen Temperaturen sei die Gefahr groß, dass sich bald neue Brände ausbreiten, heißt es.

Weitere Brände in Südeuropa

Auch in Portugal wüten die Waldbrände weiter: Laut Angaben der Feuerwehr gab es am Samstag 268 Brände. Allein im Zentrum des südeuropäischen Landes kämpften fast 800 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Schon Anfang des Sommers führte das außergewöhnlich trockene und heiße Wetter zur schlimmsten Feuerkatastrophen in der jüngsten portugiesischen Geschichte – 64 Menschen kamen dabei ums Leben. Wegen einer neu erwarteten Hitzewelle bittet Portugal nun auch Europa um Hilfe.

Flammenfront bei Athen

Touristen in der griechischen Ferienregion Kalamos, in der Nähe von Athen, mussten wegen eines außer Kontrolle geratenen Waldbrandes ebenfalls in Sicherheit gebracht werden. Die 15 Kilometer lange Flammenfront ließ dutzende Häuser gänzlich ausbrennen, der Strom ist weitgehend ausgefallen. In der Ferienregion befinden sich auch mehrere Kinder-Zeltlager, die Kinder konnten noch rechtzeitig mit Autos und Bussen in Sicherheit gebracht werden. "Hier ist die Hölle los. Bitte helft uns", schrien am Telefon Anwohner, die von einem Radiosender erreicht wurden.