Rettungsrabeiten vor Südkorea

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Südkorea
04/22/2014

Fährunglück: Mehr als hundert Tote bestätigt

Die Küstenwache barg weitere Leichen aus dem Schiff. 198 Menschen werden weiter vermisst.

Nach dem Schiffsunglück in Südkorea ist die Zahl der bestätigen Todesopfer auf mehr als hundert gestiegen. Dies teilte die Küstenwache des Landes am Dienstag mit. Die offizielle Totenzahl liege bei 108, erklärte die Küstenwache. Vermisst würden zugleich noch 198 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

Indes gab es in Verbindung mit der Unglücksfähre weitere Verhaftungen. Fünf Tage nach dem Untergang der "Sewol" sind Medienberichten zufolge vier weitere Besatzungsmitglieder festgenommen worden. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete, wurden am Montag drei Offiziere und ein Mechaniker des Schiffs in Polizeigewahrsam genommen. Am Samstag waren bereits der Kapitän, der Steuermann und die relativ unerfahrene dritte Offizierin festgenommen worden, die zur Zeit des Unglücks das Kommando auf der Brücke hatte. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Vernachlässigung von Dienstpflichten und Verstoßes gegen das Seerecht erlassen. Wie Yonhap berichtete, müssen die nun Festgenommenen mit ähnlichen Vorwürfen rechnen.

Die Fähre war am Mittwoch mit 476 Menschen an Bord gekentert und gesunken. Die meisten Passagiere waren Schüler auf einem Schulausflug.

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye hat dem Kapitän vorgeworfen, sich durch sein Verhalten des "Mordes" schuldig gemacht zu haben. "Die Taten des Kapitäns und einiger Besatzungsmitglieder waren vollkommen unverständlich, inakzeptabel und kamen Mord gleich", sagte Park bei einem Treffen mit Beratern laut ihrem Büro am Montag.

Panik auf der Brücke

Die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen der verunglückten Fähre "Sewol" und der örtlichen Schifffahrtskontrolle haben Chaos und Panik auf der Brücke des Schiffes offenbart. Die am Sonntag veröffentlichten Audio-Aufzeichnungen zeigten, dass die Besatzung zögerte, das Schiff zu evakuieren, als sich dieses gefährlich zur Seite neigte.

"Wir neigen uns. Wir sind kurz davor runter zu gehen", sagte ein nicht identifiziertes Besatzungsmitglied der Fähre. "Es neigt sich so sehr, wir können uns kaum bewegen."

An anderer Stelle sagte das Besatzungsmitglied, dass die Sicherheitsanweisungen nicht an die Passagiere durchgegeben werden konnten, da das Lautsprechersystem nicht funktionierte. Der Vertreter der Schifffahrtskontrolle erwiderte, sie sollten dennoch die Passagiere anweisen, ihre Rettungswesten und möglichst viele Lagen Kleidung anzuziehen. "Werden die Passagiere sofort nach der Evakuierung gerettet werden?", fragte daraufhin das Besatzungsmitglied. "Lassen Sie sie wenigstens einen Rettungsring tragen und lassen Sie sie schwimmen. Jetzt!", drängte der Vertreter.

Kritiker werfen der Besatzung vor, die Evakuierung des Schiffes zu spät angeordnet zu haben. Demnach hätten womöglich zahlreiche Menschenleben gerettet werden können, wenn die Passagiere bereits angewiesen worden wären, das Schiff zu verlassen, als sich dieses zu neigen begann. Der Kapitän und zwei weitere Besatzungsmitglieder wurden deswegen festgenommen.

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