Chronik | Welt
13.04.2017

Experte: "Die meisten Rechten sind BVB-Fans"

Extremismusforscher geht nicht davon aus, dass der Anschlag von Rechten oder Hooligans verübt wurde.

Wer steckt hinter dem Anschlag auf den Teambus des BVB? Nachdem sich der Verdacht gegen den am Dienstag festgenommenen Iraker nicht erhärtete und Experten die Authentizität des Bekennerschreibens, das auf einen islamistischen Hintergrund deutet, kritisch sehen, ist diese Frage nach wie vor ungelöst. War es also vielleicht doch rechter Terror? "Unwahrscheinlich", sagt der Extremismusforscher Dierk Borstel. "Die meisten Rechten sind überzeugte BVB-Fans, und die Art des Anschlags spricht auch nicht für Hooligan-Gewalt", sagte Borstel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Art des Anschlags für Rechtsextremismus untypisch"

Hooligans würden sich schlagen, aber nicht Monate einen Anschlag vorbereiten. "Es kann aber natürlich ein Einzeltäter sein, der sich radikalisiert hat. Das ist aus allen Richtungen möglich", sagte der Dortmunder Extremismusforscher von der Fachhochschule Dortmund. Die Art des Anschlages sei aber auch für Rechtsextremisten untypisch.

Täter müssten die Bedeutung des BVB für die Stadt kennen. "Das ist ein Symbol für die Stadtgesellschaft." Und sie müssten über Straßen und über die Wege des BVB Bescheid wissen, sagte Borstel.

Auf den BVB-Bus war am Dienstag vor dem Champions League-Spiel gegen Monaco am Mannschaftshotel ein Anschlag mit mehreren Sprengsätzen verübt worden. Ein Spieler wurde schwer verletzt.