Russische Raketen auf Syrien
10/12/2015

Flugrouten über Kampfgebiet

Für Lufthansa ist die Lage "volatil", Air France reagiert sofort.

von Susanne Bobek

Nach dem Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine wurde die Angst vor einem Raketenabschuss von Passagiermaschinen real. Der Untersuchungsbericht über den Abschuss der Malaysia Airlines mit 298 Toten an Bord wird am Dienstag präsentiert.

Wegen des Syrien-Krieges hat nun die EASA, die Europäische Agentur für Luftfahrtsicherheit, einen Sicherheitshinweis veröffentlicht, der nach dem russischen Eingreifen in den Krieg in Syrien die Situation am Boden unter der wichtigen Luftautobahn von Europa in den Mittleren Osten und nach Südostasien beschreibt. Vor einem Überflug werde nicht abgeraten, sagte AUA-Sprecher Wilhelm Baldia der APA. Lufthansa , AUA und Air Berlin ändern ihre Routen nicht. Die Lage werde genau beobachtet, sie sei daher "volatil".

Air France dagegen wird seine Maschinen dennoch umleiten.

Wie und wohin soll aus Sicherheitsgründen geheim bleiben.

Die gängige Reisehöhe von Passagierflugzeugen beträgt 9000 bis 12.000 Meter. Die Russen feuern Marschflugkörper von Kriegsschiffen im kaspischen Meer ins Kriegsgebiet von Syrien. Laut Welt fliegen diese Raketen in nur 200 Meter Höhe. Und wenn sie sich verirren?

Denn in der Vorwoche seien vier Boden-Boden-Raketen nicht in Syrien, sondern im Iran eingeschlagen, behaupten die USA, was die Russen aber dementieren. Auch der Iran bestritt die Vorwürfe. Teheran unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und die russischen Luftangriffe auf Rebellen in Syrien.

Derzeit fliegt Air France nicht über den Jemen, die Ostukraine, Syrien, den Irak und Libyen. Die Sicherheitsabteilung habe nach eigenen Angaben angeordnet, dass eine Pufferzone zwischen der vom Überflug verbotenen Zone und der Flugroute eingehalten werden müsse.

Luftraum wird eng

Die Bedrohung für die zivile Luftfahrt durch Unruhen und Bürgerkriege ist evident. Die US-Fluggesellschaft Delta Airlines hat für ihre Maschinen eine Flugverbotszone über dem Irak eingerichtet sowie weitere über Afghanistan, Iran, Nordkorea und der Ukraine. Doch jede Fluglinie reagiert anders. Verbraucherschützer verlangen, dass die Fluggesellschaften gegenüber Passagieren transparenter machen sollten, welche Kampfgebiete sie überfliegen.

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