US-Soldat Manning geständig

epa03604717 (FILE) A file photograph showing US Army Private Bradley Manning (C) being escorted out of the courthouse following … © Bild: APA/MICHAEL REYNOLDS

Bradley Manning gab vor Gericht zu, Wikileaks große Datenmengen zugespielt zu haben.

Der wegen Geheimnisverrats angeklagte US-Soldat Bradley Manning hat zugegeben, Hunderttausende Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks übergeben zu haben. Er habe damit eine "öffentliche Debatte" über die amerikanische Diplomatie und Verteidigungspolitik lostreten wollen, sagte der 25-Jährige am Donnerstag bei einer Anhörung vor dem Militärgericht in Fort Meade (Maryland).

"Ich glaubte, die Depeschen würden uns nicht schaden, aber sie würden peinlich sein", sagte Manning in einer langen Erklärung, in der er seine Beweggründe verdeutlichte. Zuvor hatte er sich in zehn weniger schweren von 22 Anklagepunkten schuldig bekannt. Auf die schwerwiegendste Anschuldigung, "den Feind unterstützt" zu haben, ging er nicht ein. Manning sagte auch, dass er seine Informationen der New York Times und der Washington Post angeboten hatte, bevor er sie an Wikileaks gab.

Manning stand bereits 2011 erstmals vor einem Militärgericht

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EPAepa03036097 A court room sketch shows Army Private Bradley Manning listen as his defense lawyer David Coombs asks presiding officer Army Lt. Col. Paul Almanza to recuse himself from the Article 32 hearing at Fort Meade, Maryland USA, 16 December 2011.

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EPAepa03036207 Military police escort Army Private Bradley Manning outside the courthouse after the close of the first day of his Article 32 hearing for Army Private Bradley Manning at Fort Meade, Maryland USA, 16 December 2011. Manning is charged with pr

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dapdArmy Pfc. Bradley Manning, at center wearing glasses, is escorted into a courthouse in Fort Meade, Md., Saturday, Dec. 17, 2011, for a military hearing that will determine if he should face court-martial for his alleged role in the WikiLeaks classifie

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ReutersThis image captured from a classified U.S. military video footage shows Iraqis being shot from an U.S. Apache helicopters that killed a dozen people in Baghdad, including two Reuters news staff on July 12, 2007, and released to Reuters on April 5,

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REUTERSU.S. Army Private Bradley Manning is seen in a courtroom sketch during his Army Article 32 hearing in the courthouse at Fort Meade, Maryland, December 16, 2011. Manning, an Army intelligence analyst suspected in the biggest leak of classified U.S.

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REUTERSA protester shouts slogans outside the courthouse at Fort Meade, Maryland during the U.S. vs Private Bradley E. Manning Article 32 hearing December 16, 2011. An Army intelligence analyst suspected in the biggest leak of classified U.S. documents in

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dapdSupporters of US soldier Private Bradley Manning listen to a speech as they protest outside the US Embassy in London calling for his release, Saturday, Dec. 17, 2011. Private Manning is facing charges of obtaining and distributing government secrets w

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EPAepa03036942 Seth Tobacman of New York City (bottom) draws sketches of WikiLeaks suspect Bradley Manning (R) and judge Lt.Col. Paul Almanza (C) outside Mannings pre-trial hearing at Fort Meade, Maryland, USA 17 December 2011. Manning was charged in Marc

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Manning

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EPAepa03036937 Signs in support of WikiLeaks suspect Bradley Manning sit outside his pre-trial hearing at Fort Meade, Maryland, USA 17 December 2011. Manning was charged in March with leaking thousands of secret documents to WikiLeaks. EPA/JIM LO SCALZO

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dapdProtestors supporting Bradley Manning gather outside Ft. Meade, Md., Friday, Dec. 16, 2011, where Manning will be attending a hearing to determine if he will be court martialed. (Foto:Susan Walsh/AP/dapd)

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dapdFILE - This is a Thursday, Dec. 1, 2011 file photo of WikiLeaks founder Julian Assange as he talks during a news conference in central London. As the suspected source for the biggest leak of intelligence material in American history faces his first h

Hoffnung auf Strafminderung

Mit dem Teilgeständnis erhoffe er, einen Vergleich mit einer geringeren Haftstrafe erzielen zu können, meinten Beobachter im Gericht. Die Richterin erkannte die Geständnisse an. Für jeden gestandenen Anklagepunkt drohen ihm etwa zwei Jahre Haft. Wegen der anderen, schwereren Vergehen könnte er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden. Die Ankläger kündigten an, dass sie an ihren Punkten festhalten wollen. Sollte es zu keinem Vergleich kommen, soll der eigentliche Prozess frühestens am 3. Juni beginnen.

Dem ehemaligen Geheimdienst-Analysten der US-Armee wird vorgeworfen, während seiner Stationierung im Irak Wikileaks mit 700.000 größtenteils geheimen Dokumenten versorgt zu haben. Darunter waren sowohl Videos von Luftangriffen im Irak und in Afghanistan, auf denen das Militär Zivilisten tötete, als auch Berichte über Gefangene in Guantanamo und rund eine Viertelmillion Depeschen von amerikanischen Diplomaten.

Die Anklage macht geltend, es gebe erdrückende Beweise, dass Manning "konstant, bewusst und methodisch" interne Dokumente aus regierungseigenen Computern gezogen und dann weitergegeben habe. US-Medien sprechen vom schwersten Fall von Geheimnisverrat in der amerikanischen Geschichte. Antikriegsaktivisten und Bürgerrechtler loben Manning jedoch für seine Taten.

Unrechte Haftbedingungen

Im Jänner hatte der Soldat einen juristischen Erfolg vor Gericht erstritten: Die Militärrichterin hatte bestätigt, dass seine ursprünglichen Haftbedingungen nicht korrekt waren. Sie erließ ihm 112 Tage einer zukünftigen Haftstrafe. Seine Verteidiger hatten allerdings gefordert, wegen der schlechten Behandlung die Anklage fallenzulassen. Manning war nach seiner Verhaftung acht Monate bis April 2011 im Militärgefängnis von Quantico (Virginia) gesessen. Dort musste er nach eigenen Angaben bis zu 23 Stunden am Tag in Einzelhaft verbringen und nackt in seiner Zelle schlafen.

Erstellt am 01.03.2013