Chronik | Welt
29.12.2017

Dutzende Verletzte bei Anschlag auf Disco in Kolumbien

Das Verbrechersyndikat Golf-Clan soll für die Tat verantwortlich sein.

Bei einem Anschlag auf eine Diskothek im Nordwesten von Kolumbien sind 32 Menschen verletzt worden. Ein Mann und eine Frau schleuderten in der Nacht auf Freitag (Ortszeit) eine Granate in den Nachtclub in der Ortschaft Caucasia im Department Antioquia, wie Bürgermeister Oscar Suarez dem Radiosender RCN sagte. Die Verdächtigen wurden festgenommen, drei Schwerverletzte in Spitäler gebracht.

Ersten Ermittlungen zufolge war das Verbrechersyndikat Golf-Clan für den Anschlag verantwortlich. Offenbar habe sich der Disco-Besitzer geweigert, Schutzgeld an die Bande zu zahlen, sagte der örtliche Polizeichef, Oberst Carlos Sierra Nino.

Waffenruhe für die Weihnachtszeit

Der Golf-Clan ist das mächtigste Verbrechersyndikat in Kolumbien. Die Bande ist aus rechtsgerichteten Paramilitärs hervorgegangen und in Drogenschmuggel, illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt. Zuletzt hatte die Bande eine einseitige Waffenruhe für die Weihnachtszeit erklärt. Die Regierung begrüßte den Schritt, lehnte politische Friedensverhandlungen wie mit der linken Guerillaorganisation Farc allerdings ab. Die Sicherheitskräfte kündigten an, ihren Kampf gegen den Golf-Clan fortzusetzen.