© Deleted - 1748256

Iran
10/17/2013

Drogenschmuggler soll nochmals exekutiert werden

Die erste Hinrichtung hatte der Mann überlebt. Die iranische Justiz besteht auf der Vollstreckung.

Im Iran bestehen die Justizbehörden auf der neuerlichen Hinrichtung eines Delinquenten, der eine Exekution überlebt hat. Wie der britische Guardian am Donnerstag unter Berufung auf die staatliche iranische Zeitung Jam-e-Jam weiter berichtete, war der wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilte 37-jährige Alireza Anfang Oktober in der nordiranischen Provinz Kohrasan zum Galgen geführt worden.

Der Mann, der mit einem Kilo der Droge Crystal Meth erwischt worden war, wurde 12 Minuten, nachdem ihm die Schlinge um den Hals gelegt worden war, für tot erklärt. Er wurde für die Bestattung freigegeben. Doch im Leichenschauhaus entdeckte ein Mitarbeiter, dass sich im Plastiksack, in dem der vermeintlich Tote steckte, Wasserdampf angesammelt hatte. Alireza war noch am Leben und wurde ins Spital gebracht, wo er sich zusehends erholte.

Hinrichtung nach Erholung

Doch zum Leidwesen seiner Familie wollen die iranischen Justizbehörden warten, bis er sich voll erholt hat um ihn dann wieder hinzurichten. Die Justiz ist der Ansicht, dass das Todesurteil an ihm vollstreckt werden müsse. Der Richter Mohammad Erfan sagte "Jam-e-Jam": "Das vom Revolutionsgericht verkündete Urteil lautet auf Todesstrafe", die Hinrichtung sollte daher wiederholt werden.

Nach dem iranischen Gesetz müssen Verurteilte vor der Hinrichtung bei Bewusstsein und relativ guter Gesundheit sein. Für Schwangere oder Schwerkranke wird die Hinrichtung am Galgen verschoben. Wenn aber jemand - etwa bei Ehebruch - zum Tod durch Steinigen verurteilt wird und die grausame Prozedur überlebt, wird sein Leben geschont.

Menschenrechts-Aktivisten haben angesichts der hohen Zahl von Hinrichtungen im Iran dazu aufgerufen, Alireza zu verschonen. In den vergangenen Jahren war der Iran stets unter den fünf Ländern mit den meisten Hinrichtungen. Laut Amnesty International wurden 2012 314 Exekutionen bekannt, die tatsächlich Zahl dürfte jedoch höher lieben. Seit dem Amtsantritt des als gemäßigt geltenden Präsidenten Hassan Rohani Anfang August wurden mindestens 125 Menschen hingerichtet.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.