Chronik | Welt
24.07.2017

Phelps gegen Hai: Zuschauer fühlen sich "betrogen"

Viele Fernsehzuseher waren enttäuscht, weil sie von einem Wettschwimmen mit einem echten Weißen Hai ausgegangen waren. Das Tier war aber nur simuliert.

Ein fingiertes Kopf-an-Kopf-Rennen von Rekordschwimmer Michael Phelps (32) und einem vermeintlichen Weißen Hai hat den US-Sender Discovery in die Kritik gebracht. Angekündigt war ein "Kampf um die Vorherrschaft im Ozean" - die Werbung erweckte den Eindruck, als trete der 23-fache Olympiasieger gegen einen echten Hai an.

Entgegen der Ankündigung gab es aber kein reales Wettschwimmen im offenen Meer. Tatsächlich wurde laut US-Medien anhand der Daten mehrerer Tiere ein computergeneriertes Bewegtbild eines Hais erstellt und in die Aufnahmen von Phelps hineinmontiert. Mit einer Monoflosse ausgestattet, kam Phelps nach 38,1 Sekunden ins Ziel und verlor das ungewöhnliche Kräftemessen mit dem errechneten Hai-Modell um zwei Sekunden.

Enttäuschte Zuseher

"Revanche? Nächstes Mal ... wärmeres Wasser", twitterte Phelps hinterher. Das Wettschwimmen, das vor der Küste Südafrikas im offenen Meer aufgezeichnet wurde, ist Teil einer Themenwoche des US-Senders zu Haien und soll in Deutschland am 29. Juli ausgestrahlt werden. Viele Zuschauer waren laut US-Medien enttäuscht, weil sie von einem Rennen mit einem echten Weißen Hai ausgegangen waren.

Online äußerten viele Zuschauer ihr Unverständnis für die irreführende Reklame. "Dass Michael Phelps nicht gegen einen echten Hai schwimmt, ist, als ob man Tickets für Kanye West verkauft bekommt und dann die Performance eines Kanye-Hologramms sieht", schrieb ein Nutzer auf Twitter. "Wir wurden alle betrogen", meinte ein anderer.

So sensationsheischend wurde das vermeintliche Wettrennen vorher angekündigt:

Phelps sprach von 15 Sicherheits-Tauchern

Die Dreharbeiten zu dem vermeintlichen Wettkampf sollen bereits vor Wochen stattgefunden haben. Phelps selbst hatte in einem vor rund zwei Wochen veröffentlichten Interview des Magazins Entertainment Weekly den Eindruck erweckt, dass es sich um ein reales Rennen handelte: "Es ist eine Gelegenheit, die man nicht täglich bekommt - gegen einen Weißen Hai anzutreten." Das Sicherheitskonzept habe ihn überzeugt: "Alles was ich sagen kann ist, dass wir nicht in einem Pool waren. Wir waren in offenem Gewässer. Wir waren sehr sicher. Wir hatten etwa 15 Sicherheits-Taucher in der Nähe."

Bei der derzeit stattfindendenSchwimm-WM in Budapesttritt Michael Phelps nicht an. Der Rekord-Olympiasieger Phelps hatte nach seinen fünf Goldmedaillen in Rio de Janeiro seinen Rücktritt erklärt.