Die Titanic sinkt in die dritte Dimension

dapdIn this film image released by Paramount Pictures, a scene is shown from 3-D version of James Cameronís romantic epic "Titanic." (Foto:Paramount Pictures/AP/dapd)
Foto: dapd Jahrhundertereignis: Am 15. April 1912 ging das Luxusschiff "Titanic" unter.

Mit einer Neufassung seines globalen Kino-Hits "Titanic" in 3-D will James Cameron die Menschen zurück in die Kinos holen.

Auch in 3-D geht die "Titanic" unter. Aber wie! Pünktlich zum 100. Gedenktag des berühmtesten Schiffsuntergangs des 20. Jahrhunderts lässt James Cameron seinen globalen Blockbuster "Titanic" noch einmal vom Stapel: Der selbst ernannte "König der Welt" beschenkte die internationale Filmgemeinde mit der 3-D-Fassung seines Kinohits von 1997. Für "Titanic 3D" ließ das Studio immerhin 18 Millionen Dollar springen. Über 60 Wochen arbeiteten Cameron und sein Team von 300 Technikern daran, um den Film "Titanic" umzuwandeln.

Perfektionist Cameron

Liebespaar auf schiff Foto: Centfox Leonardo DiCaprio und Kate Winslet

Wenn das 250-Millionen-Dollar-Epos am Freitag nun fast 15 Jahre nach der Uraufführung in 3-D nochmals ins Kino kommt, wird man sich einmal mehr von der emotionalen Wucht des elffach Oscar-gekrönten und alle Zuschauerrekorde brechenden Meisterwerks überzeugen dürfen.

   Es war bereits damals ein größenwahnsinniges Unternehmen, als sich der Perfektionist Cameron auf die möglichst detailgetreue Verfilmung der Schiffskatastrophe einließ. Cameron tauchte mehrere Male in einem Mini-Unterseeboot gute vier Kilometer in die Tiefe des Nordatlantik, um das Wrack zu studieren, das erst 1985 entdeckt worden war. In Mexiko ließ er dann die Titanic originalgetreu nachbauen. Um das Schiff herum wurde ein riesiger Wassertank errichtet, der als Filmstudio diente. Monatelang dauerten die Dreharbeiten, und nicht zuletzt bei der aufwendigen und möglichst realistischen Postproduktion explodierten die Kosten.

Sieben Jahre dauerte Arbeit an "Titanic 3D"

schiff Titanic 3D im hafen Foto: Centfox James Camerons Verfilmung "Titanic" von 1997 wurde zum damals erfolgreichsten Film aller Zeiten

Dass es sich gelohnt hat, wurde nach der Uraufführung in Japan und in den darauffolgenden Monaten klar. Die Kritiker lobten das große Liebesepos, das Vergleiche mit "Vom Winde verweht" nicht zu scheuen brauchte. Und dass es der 3-D-Effekte gar nicht bedurfte, hat das Drama schon 1997 gezeigt: Kate Winslet, die als Rose von ihrer um Standesbewusstsein bemühten Mutter in die Heirat mit einem reichen Macho (Billy Zane) gedrängt wird, und Leonardo DiCaprio, der als ärmerer Springinsfeld Jack auf dem Schiff ihr Herz im Sturm erobert, lösten einen weltweiten Hype aus und wurden über Nacht zu Superstars.

   Über sieben Jahre hat Cameron den Film nun in eine 3-D-Version umgewandelt, die Neuauflage wirkt im Kino frisch und modern und so realistisch, dass vor allem der Untergangsteil des Films viele Zuseher wohl ziemlich mitnehmen wird. Dazu kommen die hübschen Kamerafahrten unter der Kuppel oder der Reling entlang, die einen in das atemberaubende Abenteuer förmlich eintauchen lassen. Am Ausgang des Films hat die neue Technik naturgemäß nichts geändert, das tragische Liebespaar Rose und Jack wird auch in 3-D den Untergang des Schiffes nicht verhindern können. Aber es wird sich wohl einer neuen Generation als große Kinoliebe ins Gedächtnis brennen.

Cameron: 3-D ist nicht gleich 3-D

EPAepa03164986 Canadian film director James Cameron poses during a promotional event for Titanic 3D in Tokyo, Japan, 30 March 2012. Camerons movie is re-released worldwide in 3D, just 100 years after the sinking of the Titanic on 15 April 1912. Titanic 3D Foto: EPA Cameron: "3-D-Filme haben einen schlechten Ruf"

Umso mehr überraschte es, dass ausgerechnet James Cameron, der mit "Avatar - Aufbruch nach Pandora"  den Begriff 3-D neu definierte und mit dem Sci-Fi-Epos (2,8 Mrd. Dollar) seinen eigenen, weltweiten Einspiel-Rekord mit "Titanic" (1,8 Mrd. Dollar) noch einmal übertrumpfte, Anfang dieser Woche gegen 3D-Filme wetterte. "3-D-Filme haben einen schlechten Ruf, ganz gleich, ob es sich um neue Werke handelt oder um nachbearbeitete ältere Filme. Und diesen schlechten Ruf haben sie völlig zu Recht", sagte der kanadische Regisseur in einem Interview des Kölner Stadt-Anzeigers.

   Zwar gebe es immer wieder positive Ausnahmen, zum Beispiel "Hugo" von Martin Scorsese, doch für "viele Studiobosse ist 3-D vor allem eine Art, mit wenig Aufwand noch mehr Geld aus Altbekanntem rauszupressen". Cameron betonte, in 3D zu drehen sei ein "schöpferischer Vorgang", der die Anwesenheit eines Regisseurs erfordere. Seinen Erfolgsfilm "Titanic" bringe er nur aus einem einzigen Grund nachbearbeitet ins Kino, sagte Cameron: "Weil ich überzeugt war, gerade diese Geschichte mit 3-D auf ein anderes Niveau heben zu können."

(KURIER, apa, dpa / tem) Erstellt am
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