Wasserwerfer in Stellung gebracht

© APA/EPA/OLIVER BERG

Deutschland
03/14/2015

Krawalle bei Extremisten-Demos

Salafisten, Rechtsextremen, Hooligans, Pegida: Die Polizei beendete das Spektakel.

Bei Kundgebungen von Salafisten einerseits sowie Rechtsextremisten und Pegida-Bewegung andererseits ist es am Samstag im deutschen Wuppertal zu Ausschreitungen gekommen. Die Pegida-Demonstration wurde von der Polizei daraufhin gestoppt und vom Veranstaltungsleiter für beendet erklärt. Zuvor hatten Vermummte Flaschen und Böller auf Polizisten geworfen.

Zu Rangeleien kam es auch, als Polizisten die Teilnehmer einer parallelen Salafisten-Kundgebung durchsuchten. Insgesamt waren nach Einschätzung der Polizei deutlich weniger als die erwarteten 3.000 Demonstranten in der Stadt. Zu der Pegida-Kundgebung kamen rund 1.000 statt der erwarteten 2.000 Menschen, darunter auch vermummte Neonazis und Hooligans. Bei den Salafisten waren es rund 100 statt der erwarteten 400 Teilnehmer. Weit mehr als 1.000 Polizisten waren im Einsatz, unter anderem mit Wasserwerfern.

Zeitgleiche Demonstrationen einer solch brisanten Mischung - Hooligans, Rechtsradikale, Islamisten und linke Autonome - hat es nach Polizeiangaben in Deutschland noch nicht gegeben. Teile der Innenstadt Wuppertals waren für den Autoverkehr gesperrt, Läden hatten geschlossen, Hotels wurden von Security-Personal gesichert. Schon vor Beginn mussten Reiterstaffeln der Polizei Hooligans und Antifaschisten auseinanderhalten. Pegida-Gründer Lutz Bachmann rief auf der Bühne seine Gruppe dazu auf, friedlich zu bleiben. "Macht jetzt nicht alles kaputt", bat er - vergeblich.

Bilder aus Wuppertal:

GERMANY SALAFIST RIGHT WING RALLY

GERMANY SALAFIST RIGHT WING RALLY

GERMANY SALAFIST RIGHT WING RALLY

GERMANY SALAFIST RIGHT WING RALLY

GERMANY DEMONSTRATIONS POLICE

Police forces guard Salafists during demonstration…

German riot police confront anti-Salafist protesto

German riot police confront anti-Salafist protesto

GERMANY DEMONSTRATIONS POLICE

GERMANY DEMONSTRATIONS POLICE

Die Veranstalter brachen die Pegida-Kundgebung schließlich ab und kritisierten, dass ihnen ein zunächst genehmigter Marsch durch Wuppertal von der Polizei aus Sicherheitsgründen verwehrt wurde. Hooligans versuchten daraufhin, eine Polizeisperre in Richtung der Gegendemonstranten zu durchbrechen, scheiterten aber an den Beamten.

Gegen die Salafisten-Kundgebung, bei der auch der radikale Prediger Sven Lau auftrat, protestierten auch mehrere hundert Gegendemonstranten abseits von Pegida, darunter viele Kurden. Vereinzelt flogen Eier. Vor der Synagoge kamen Bürger zusammen, um sie symbolisch zu schützen. "Es ist ein Unding, dass die Salafisten sich in Sichtweite einer Synagoge versammeln. Ich möchte nicht, dass solchen Leuten das Feld überlassen wird", sagte ein 63-Jähriger.

Ende Oktober 2014 war es bei einer Kundgebung der Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" (Hogesa) in Köln zu schweren Krawallen gekommen. Salafisten hatten sich ihrerseits bereits 2012 in Solingen und Bonn Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

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