Pfarrerin Wiltrud Bauer mit Lama Maputo (li.) und Alpaka Alejandro

© Oliver Dietze/dpa/Oliver Dietze

Deutschland
05/19/2016

Deutsche Pfarrerin betreibt Seelsorge mit Lamas und Alpakas

Die Theologien Wiltrud Bauer setzt bei der Kirchenarbeit auf vierbeinige Helfer.

Auf ihre Tiere vertraut Pfarrerin Wiltrud Bauer aus Schiffweiler im Saarland bei der Seelsorge: Sie setzt Lamas und Alpakas in der Kirchenarbeit ein. "Über die Tiere kann ich Menschen oft besser erreichen als über das Reden und Beten in der Kirche", erklärt die 43-jährige Pfarrerin, die die Tiere im Stall des Pfarrhauses hält. Lama Maputo und Alpaka Alejandro etwa kommen bei Todesfällen oder in Lebenskrisen zum Einsatz: "Nicht jeder redet da gerne mit dem Pfarrer. Da gibt es eine Hemmschwelle", sagt Bauer. Um das Reden leichter zu machen, bietet die Theologin einen Spaziergang mit ihren Tieren an. "Jeder nimmt sich ein Lama oder Alpaka, und dann kommen wir gleich ins Gespräch." Und wenn man beim Spaziergehen ein paar Minuten schweige, sei das gar nicht peinlich.

Drei Alpakas und zwei Lamas hat die Theologin im Stall. „Es sind so wunderbar unaufdringliche und zugleich aufmerksame Tiere“, sagt sie. Als sie 2011 den Job antrat, sei es ihre Voraussetzung gewesen, dass sie die Tiere mitbringen konnte. Nach dem Studium hatte sie am Institut für soziales Lernen mit Tieren in der Wedemark eine Weiterbildung in tiergestützter Therapie und Pädagogik gemacht. „Ich war da die erste Theologin unter lauter Physio- und Psychotherapeuten.“

Meditative Wanderung

Mit vielen Projekten entwickelte sie ein Konzept für tiergestützte Seelsorge: Einmal im Monat geht sie mit ihrer Gemeinde und Tieren auf eine meditative Wanderung durch den Wald - unter dem Motto „Kirche aus dem Häuschen“. „Die Tiere lehren uns einen anderen Blick auf die Schöpfung“, sagt Bauer. Sie nähmen in der Natur Dinge wahr, die dem Menschen entgingen. Außerdem komme man beim gemächlichen Gang der Tiere vom Alltagsstress gut runter.
„Die Wanderungen sind etwas ganz Besonderes“, meint etwa Frank König aus der Gemeinde. Man gehe mit offenen Augen durch die Natur und komme ganz anders ins Gespräch. Er sei schon sechs oder sieben Mal dabei gewesen und habe auch Tiere am Strick geführt. „Die Wanderungen sind eine Bereicherung.“

Immer wieder geht Wiltrud Bauer mit ihren Alpakas und Lamas auch in ein Seniorenheim. Die Senioren seien beeindruckt, wenn sie im Rollstuhl von den Tieren über den Hof gezogen würden – oder einen sanften Stupser bekämen. "Das ist mein Anliegen: Lebensfreude schaffen", sagt die Pfarrerin.

Einer der größten Auftritte der Tiere ist das weihnachtliche Krippenspiel: "Da ist die Kirche knallvoll."

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