Prinz Andrew ist die Nummer  fünf der britischen  Thronfolge

© APA/EPA/HOLGER HOLLEMANN

Großbritannien/USA
01/05/2015

Der Prinz und die Sex-Sklavin

Weiteres Dementi des Palastes. Prinz Andrew brach Skiurlaub ab.

In der Affäre um Prinz Andrew hat der Buckingham-Palast mehrmals binnen weniger Tage Missbrauchsvorwürfe gegen den 54-Jährigen dementiert. Die Anschuldigungen, die Nummer fünf der britischen Thronfolge habe "sexuellen Kontakt oder eine Beziehung" mit einer Minderjährigen gehabt, seien falsch, hieß es. Prinz Andrew hat jedenfalls seinen Skiurlaub in der Schweiz abgebrochen, um sich angesichts der Sex-Vorwürfe zu wappnen und mit seiner Mutter, der Queen, Krisengespräche zu führen.

Die Anschuldigungen waren bei einem Prozess in Florida aufgetaucht. In dem Verfahren hatte eine Klägerin erklärt, sie sei als Minderjährige von dem Wall-Street-Milliardär Jeffrey Epstein, 61, bei Orgien zum Sex gezwungen worden – auch mit Prinz Andrew. Epstein habe sie von 1999 bis 2002 als "Sexsklavin" missbraucht und sie auch an Geschäftspartner "verliehen", sagte die heute 30-jährige Virginia Roberts.

Mildes Urteil

Jeffrey Epstein war 2008 wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Ein mildes Urteil, für das laut der Sunday Times und der Bild seine Freunde verantwortlich sind: Aus Dokumenten geht hervor, dass Epstein den Deal mit der Justiz dank seiner "bedeutenden sozialen und politischen Beziehungen" erreichte. Prinz Andrew und der damalige US-Präsident Bill Clinton hätten "Anstrengungen" unternommen, Epstein ein "vorteilhafteres" Urteil zu sichern, heißt es. Details dieser Vereinbarung tauchten auf, nachdem sich Andrew gezwungen sah, die Anschuldigungen zurückzuweisen.

Auf der Verteidigerseite musste Epsteins Anwalt, Alan Dershowitz, erneut Stellung zu den Gerüchten beziehen, auch er habe sexuelle Kontakte zu Roberts gehabt. Dershowitz bestritt die Vorwürfe. Es sei bekannt, dass die Frau auch über andere in der Öffentlichkeit stehende Menschen die Unwahrheit verbreitet habe, sagte er.

Stimmen die Vorwürfe, dann könnte auch Clinton, der in den 1990er-Jahren während seiner Amtszeit eine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky hatte, Ärger wegen seiner Kontakte zu einem Pädophilen bekommen. Virginia Roberts hat bereits 2011 ausgesagt, Bill Clinton gemeinsam mit Epstein zwei Mal getroffen zu haben; zu sexuellen Handlungen sei es aber nicht gekommen.

Queen getroffen?

Unterdessen hat sich auch Virginia Roberts’ Vater zu Wort gemeldet. Sky Roberts, 58, sagte, seine Tochter habe Epstein oft bei Reisen begleitet. Bei einer Reise nach London habe sie nicht nur Prinz Andrew getroffen, sondern auch die Queen kennengelernt: "Sie war sehr aufgeregt, weil sie die Königin getroffen hatte." Der Palast nahm zum dritten Mal in der Causa Stellung: "Wir haben keinen Beleg für dieses Treffen."

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