Chronik | Welt
25.08.2017

Dänemark: U-Boot-Bastler bestreitet Mord an Journalistin

Die dänische Polizei wirft dem Mann Mord und Leichenschändung vor.

Der dänische Tüftler Peter Madsen bestreitet, die schwedische Journalistin getötet und ihre Leiche zerstückelt zu haben. Das teilte die Kopenhagener Polizei am Freitag mit.

Peter Madsen sei am Donnerstag erneut verhört worden. Der Vorwurf gegen ihn laute nun Mord und Leichenschändung.

Der Torso der 30-jährigen Reporterin war Anfang der Woche angeschwemmt worden. Madsen hatte ausgesagt, Wall sei durch ein Unglück an Bord seines U-Bootes zu Tode gekommen - wie sich das seiner Aussage zufolge zugetragen haben soll, ist nicht bekannt. Madsen sitzt seit dem 12. August in Untersuchungshaft.

Die Polizei teilte weiter mit, dass die aktive Suche nach weiteren Leichenteilen am Freitag nicht fortgesetzt werde. Bei dem Gegenstand, der am Donnerstagabend an der schwedischen Küste gefunden wurde, handelte es sich nach Angaben der schwedischen Polizei nicht um menschliche Überreste. Bislang seien 656 Tipps aus Bevölkerung bei der Kopenhagener Polizei eingegangen.

Film über Madsen kommt in deutsche Kinos

In deutschen Kinos soll im Herbst ein Film über den Erfinder Peter Madsen anlaufen, der mittlerweile unter Mordverdacht steht. Die Dokumentation "Amateurs in Space" wurde 2016 vom dänischen Regisseur Max Kestner gedreht. Er handle Peter Madsen und Kristian von Bengtson und ihrem gemeinsamen Kindheitstraum, mit einer selbstgebauten Rakete ins All zu fliegen, teilte die Agentur Greenhouse PR mit.

Der geplante Kinostart am 9. November sei bereits vor einigen Wochen festgelegt worden, sagte eine Sprecherin. Man habe nach den jüngsten Ereignissen nochmals diskutiert, der Verleih wolle aber trotz der "unglücklichen Umstände" an dem Termin festhalten. "Es ist ein spannendes Thema, die Zuschauer können sich eine eigene Meinung über die Person Madsen bilden." In Dänemark war der Film bereits im November 2016 in die Kinos gekommen.

In Österreich ist kein Kinostart geplant.