Ronald McDonald.

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USA
10/12/2016

Clownhysterie: Ronald McDonald muss Pause machen

Weil in den USA im Moment öfter "Horrorclowns" die Straßen unsicher machen, wird das Maskottchen von McDonalds nur noch sehr wenige Auftritte absolvieren.

Pause für Ronald McDonald: Die Fast-Food-Kette McDonalds zieht ihr Maskottchen wegen einer Clownhysterie in den USA für einige Zeit weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Der rothaarige Clown solle vorerst nur ausgewählte Einsätze bei Veranstaltungen haben, berichten US-Medien.

"Das heißt nicht, dass es keine Auftritte von Ronald McDonald mehr geben wird, sondern dass wir rücksichtsvoll sind, was seine Teilnahme an verschiedenen Events derzeit angeht", sagte Unternehmenssprecherin Terri Hickey dem Sender CNN.

Grund dafür sei eine Welle gruseliger Clowns, die seit mehreren Wochen in den USA für Unruhe sorgen. Videos im Internet zeigen die bunten Spaßmacher in bedrohlichen Posen: Sie tauchen überraschend an dunklen Orten auf, teils mit Baseballschlägern, greifen Passanten an und laufen Autos hinterher. Laut Polizei kam es bereits zu Festnahmen.

Killer-Clown-Hysterie: Jetzt reden die Clowns

Das ist nicht lustig: Zuerst in den USA, mittlerweile auch in Großbritannien und Frankreich verkleiden sich Menschen als Clowns und erschrecken ihre Mitmenschen. In England sprang z. B. ein "Killerclown" aus dem Gebüsch und lief mit einem Messer in der Hand auf elfjährige Kinder zu. Über die sozialen Medien verbreiten sich solche Berichte in Windeseile. Allzu oft finden sich Nachahmer, die es witzig finden, andere in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Fast-Food-Kette McDonald’s zieht aus diesem Grund ihr Maskottchen in den USA für einige Zeit weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Der rothaarige Clown solle vorerst nur ausgewählte Einsätze bei Veranstaltungen haben, berichten US-Medien.

Besorgt über diese Entwicklung sind echte Clowns, wie etwa Verena Vondrak, die im Wiener Theater Olé auftritt. "Angst zu verbreiten widerspricht dem Selbstverständnis eines Clowns. Mir macht es Freude, Menschen zum Lachen zu bringen." Deshalb engagiert sie sich bei den Cliniclowns.

Warum sich manche dennoch fürchten, erklärt sie so: "Eigentlich sind Clowns große Kinder, die wie ein offenes Buch sind, weil sie ihre Gefühle nicht verbergen können. Verstärkt wird dieser Eindruck durch ihre großen Augen, die sie wie große Kinder aussehen lassen. Wenn ein Clown die Maske so missbraucht, dass sie zu einer bloßen Fratze verkommt, bekommen Zuschauer Angst." Die Maske verbirgt jede Gefühlsregung.

Fratze statt Maske

Solche Furcht einflößenden Fratzen kennt man aus der Filmgeschichte: den "Joker" in Batman oder "Pennywise" im Film "Es" nach der Romanvorlage von Stephen King etwa. Jetzt springt der Bestsellerautor, der mit seiner Figur das Image der Clowns nicht gerade verbessert hat, für den Berufsstand auf Twitter in die Bresche: "Hey Leute, es ist Zeit, die Clown-Hysterie herunterzufahren – die meisten von ihnen sind gut darin, Kinder aufzuheitern und Leute zum Lachen zu bringen." Das Schöne: Lachen hat therapeutische Wirkung. Laut Viktor Frankl "ist Humor eine Waffe der Seele im Kampf um ihre Selbsterhaltung, denn er ist geeignet, Distanz zu schaffen und sich über die Situation zu stellen."

Doch Clowns sorgen nicht immer nur für Lacher: "Mir ist einmal eine Dame davongelaufen, die hatte eine Clownphobie", erzählt Alexander Stemer, bekannt als Zauberclown Lucky (www.clown-bestellen.at). Beim den Jüngsten bis vier Jahren fließen manchmal Tränen: "In den ersten zwei Minuten. Da könnte aber auch ein Zauberer hereinkommen. Das liegt am Kostüm, an der Angst vor dem Fremden." Schnell schlägt bei seinen Auftritten der Anfangsschreck in Begeisterung um. Denn Clowns, die ihr Metier verstehen, reagieren rasch auf die Zuschauer. Sie verfügen über eine vielgesichtige Mimik.

Bei den Cliniclowns gibt es keine Maske mehr, sondern nur noch eine rote Nase. Martin Kotal, künstlerischer Leiter der "Roten Nasen" führt Coulrophobie – so die wissenschaftliche Bezeichnung für die Clownphobie – auf die Horrorclowns zurück, die immer wieder durch die Medien geistern. Das sieht die Psychologin Daniela Renn aus Tirol genauso: "Die meisten Menschen wachsen so auf, dass sie Clowns als etwas Positives sehen und ihnen vertrauen. Deshalb ist es besonders schlimm, wenn sie sich als nicht vertrauenswürdig erweisen." Wohl deshalb haben die Briten jetzt das Wort "Clownpocalypse" kreiert. Die Boulevardzeitung The Sun widmete am Dienstag ihre Titelseite dem "Clown-Terror". Da wurde ein 18-Jähriger in Wales laut Polizei wegen einer Clown-Attacke mit einer Geldstrafe belegt. Man hofft, dass das Nachahmungstäter abschreckt – im Königreich ist Erschrecken nämlich eine Straftat.

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