Chronik | Welt
08.01.2018

China: Brennender Öltanker droht zu explodieren

Von der Besatzung gibt es kein Lebenszeichen. Der Tanker drohe "zu explodieren oder zu sinken".

Ein iranischer Öltanker, der am Samstag vor der chinesischen Küste in Brand geraten ist, könnte in die Luft gehen. Der Tanker drohe "zu explodieren oder zu sinken", teilte das chinesische Verkehrsministerium am Montag mit. Bisher gebe kein Lebenszeichen von der Besatzung auf dem brennenden Schiff.

Beim Versuch, zu den 30 Iranern und zwei Bangladeschern an Bord zu gelangen, seien den Rettungskräften giftige Rauchwolken entgegengeschlagen, berichtete das Ministerium. Nach Angaben eines iranischen Behördenvertreters wurde bisher die Leiche eines Crewmitglieds auf dem Tanker gefunden. Sie sei zur Identifizierung nach Shanghai gebracht worden.

Auch 36 Stunden nach dem Ausbruch des Brandes auf dem unter panamaischer Flagge fahrenden, 274 Meter langen Schiff "Sanchi" loderte ein riesiges Feuer an Bord und auf dem umgebenden Wasser. Der Tanker hatte 136.000 Tonnen Öl geladen.

Unterstützung der US-Marine

Zehn von China entsandte Schiffe sowie "viele Fischerboote" würden bei der laufenden Rettungsaktion helfen, hieß es aus dem chinesischen Verkehrsministerium. Auch ein Schiff der südkoreanischen Küstenwache sei im Einsatz. Ein US-Marineflugzeug hatte am Sonntag eine großes Gebiet nach möglichen Überlebenden abgesucht, bevor es zurück zur Kadena-Luftwaffenbasis in Japan flog.

Der Tanker gehört laut Irans Ölministerium der nationalen Tankergesellschaft NITC und wird von der iranischen Firma Glory Shipping betrieben.

Kollodiert und in Brand geraten

Der unter der Flagge Panamas fahrende iranische Tanker "Sanchi" war am Samstagabend auf dem Weg nach Südkorea rund 300 Kilometer östlich von Shanghai mit dem chinesischen Frachter "CF Crystal" kollidiert und in Brand geraten. An der Such- und Bergungsaktion beteiligen sich chinesische Schiffe und die südkoreanische Küstenwache. Die 21-köpfige Besatzung des beschädigten Getreidefrachters, der unter Hongkonger Flagge fuhr, konnte unversehrt gerettet werden.

Wie es zu dem Unglück kam, ist noch ungeklärt. Nach der Kollision trieb der leckgeschlagene Tanker brennend und in Schieflage auf hoher See. Wie viel Öl aufgelaufen ist, war unklar. Das Schiff hatte 136.000 Tonnen Kondensat, ein extrem hochwertiges Leichtöl, geladen.