Kinderhändler­ring ausgehoben

Policemen try to persuade protesters from gatherin
Foto: Reuters/PETAR KUJUNDZIC Die chinesische Polizei hat auch zwei Funktionäre verhaftet (Archivbild).

Die chinesische Polizei hat über 350 Verdächtige verhaftet. Fast 90 Kinder wurden befreit.

Bei einer Großrazzia hat die chinesische Polizei Medienberichten zufolge mehrere Menschenhändlerringe zerschlagen und dabei 89 Kinder befreit. Bei dem mehrtägigen Einsatz in neun Regionen seien zudem 355 Verdächtige festgenommen worden.

Die Kinder seien in Pflegeheime gebracht worden und die Polizei suche derzeit nach den Eltern, zitierte am Montag die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Direktor der Abteilung für Menschenhandel im Ministerium für öffentliche Sicherheit. Vor allem Buben werden in China häufig entführt und mit hohen Gewinnmargen an Paare verkauft, die keine Kinder bekommen können.

Funktionäre verhaftet

Außerdem wurden in der südöstlichen Provinz Fujian zwei Funktionäre inhaftiert. Wie staatliche Medien am Mittwoch berichteten, wird einer der beiden Verdächtigen, ein mit Familienplanung befasster Beamter, beschuldigt, am Handel mit vier Babys beteiligt gewesen zu sein. Der andere Verdächtige kaufte demnach zusammen mit seiner Frau, mit der er bereits einen zehnjährigen Sohn hat, ein männliches Baby.

Ein-Kind-Politik schuld?

Experten machen die von China betriebene Ein-Kind-Politik für den Kinderhandel verantwortlich. Mit dieser Politik soll das Wachstum der chinesischen Bevölkerung kontrolliert werden. Mit 1,3 Milliarden Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Erde.

In der Regel dürfen Familien in städtischen Gebieten ein Kind haben, in ländlichen Regionen sind zwei Kinder erlaubt, wenn das erste Kind ein Mädchen ist. In einigen Fällen verkaufen mit Familienplanung befasste Funktionäre Presseberichten zufolge Babys weiter, die mitunter über Händlerringe sogar in staatlichen Adoptionszentren landen.

Von den 89 befreiten Kindern wurden laut einem Zeitungsbericht fünf ihren Eltern zurückgegeben, bei den übrigen wird über DNA-Tests nach den Eltern gesucht. Nach Polizeiangaben wurden im vergangenen Jahr mehr als 24.000 Kinder und Frauen befreit, von denen einige zur Adoption verkauft beziehungsweise in die Prostitution gezwungen wurden.

(APA/AFP / la) Erstellt am
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