Chronik | Welt
18.12.2017

Chaos im US-Flugverkehr nach Stromausfall am Flughafen Atlanta

Es gab einen riesigen Rückstau an Flügen, die während des sechsstündigen Stromausfalls nicht starten konnten. Tausende waren auf dem Airport gestrandet.

Ein totaler Stromausfall am Internationalen Flughafen Hartsfield-Jackson in der US-Stadt Atlanta hat Chaos im US-Flugverkehr ausgelöst. Grund für den Blackout am Sonntag war ein Feuer in unterirdischen elektrischen Anlagen des Flughafens, wie der Bürgermeister von Atlanta, Kasim Reed, mitteilte. Das Feuer sei gegen 12.30 Uhr (Ortszeit) ausgebrochen, um 13.00 Uhr folgte der komplette Stromausfall.

Der Airport gilt als verkehrsreichster der Welt und ist ein wichtiges Drehkreuz. Wie der US-Sender CNN berichtet, seien am Sonntag rund 1.000 Flüge von und nach Atlanta abgesagt worden. Gepäckbänder standen still, automatische Türen öffneten sich nicht, Tausende Passagiere saßen stundenlang in den Terminals im Dunkeln oder auf dem Rollfeld an Bord dutzender Maschinen fest.

Applaus der Festsitzenden

Nichts ging mehr - und das für lange Zeit. Erst nach rund sechs Stunden gingen in einer ersten Wartehalle wieder die Lichter an. Rund zehn Stunden nach dem Ausfall teilte der Flughafenbetreiber mit, dass die meisten Bereiche des Flughafens wieder mit Strom versorgt seien - die festsitzenden Passagiere reagierten mit Applaus und Jubel, als das Licht wieder anging.

"Weil es so heiß brannte, dauerte es etwa eineinhalb bis zwei Stunden, bis das Feuer ausreichend eingedämmt war", sagte Reed. "Das Personal von Georgia Power konnte nicht in die Tunnel, bis wir nicht sicher waren, dass das Feuer komplett gelöscht ist. Und wegen der intensiven Rauchentwicklung dauerte es einige Zeit, bis das Personal hinein konnte." Es gebe keine Hinweise darauf, dass das Feuer mit Absicht gelegt wurde.

Experten schockiert

Experten im US-Fernsehen zeigten sich schockiert darüber, dass ein solcher Vorfall an einem einzelnen Ort derart massive Auswirkungen haben konnte. So harrten Hunderte Passagiere stundenlang in Maschinen auf dem Rollfeld aus. Wie eine in einem Flugzeug festsitzende CNN-Mitarbeiterin schilderte, gab es nach einiger Zeit an Bord kein Wasser mehr und die Toiletten durften nicht mehr benutzt werden. Sie harrte nahezu sieben Stunden lang in dem Flugzeug aus.

Feuerwehren und Bodendienste befreiten die eingeschlossenen Passagiere in stundenlanger Arbeit aus den Maschinen, die auf den Rollbahnen standen. Hunderte von gelandeten Jets warteten dort auf Abfertigung.

Auch nach Wiederherstellung der Stromversorgung wird sich der Ausfall noch tagelang auf den Flugverkehr auswirken. Allein Delta Airlines sagte bereits 300 Flüge am Montag ab. Auf dem Airport Atlanta starten oder landen jeden Tag 2.500 Maschinen - mit durchschnittlich 275.000 Passagieren. Ein halbtägiger Ausfall führt zu einem Riesenstau, der erst nach und nach abgebaut werden kann.