Chronik | Welt
24.01.2015

Brasilien: Schlimmste Dürre seit 80 Jahren

Die drei bevölkerungsreichsten Regionen leiden unter Wassermangel. Der Regen fehlt.

Es sind alarmierende Bilder aus Brasilien, die die schwere Dürre dokumentieren. Umweltministerin Izabella Teixeira gab der BBC ein Interview, indem sie erklärte, dass Teile des südamerikanischen Landes unter der schwersten Dürre seit 1930 leiden; und das sind ausgerechnet die drei bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Sao Paulo, Rio de Janeiro und Minas Gerais. Dort muss inzwischen Wasser gespart werden. Teixeira sprach von einer beunruhigenden Wasserkrise, vor allem Industrie und Landwirtschaft müssten sich zurückhalten; auch der Energiesektor werde Einbußen verzeichnen.

"Willkommen in der Wüste von Cantareira" steht auf dem Wrack in Sao Paulos größtem Reservoir

Eigentlich sollte Brasilien derzeit mitten in der Regensaison stehen, doch dieser wollte einfach nicht kommen. Stattdessen tun die hohen sommerlichen Temperaturen ihr Übriges. "Wir zeichnen seit 84 Jahren die Zahlen für den Südosten auf, seither hat es nicht eine solch schwierige und besorgniserregende Situation gegeben, so Teixeira zur BBC. Im Bundesstaat Rio de Janeiro fiel der Wasserstand im Hauptspeicher erstmals auf Null. Anderswo gibt es noch Reserven.

Wenig Wasser im Atibainha-Damm

Schon voriges Jahr gab es in Sao Paulo eine ähnliche Situation. Damals veranlasste Gouverneur Geraldo Alckmin diverse Maßnahmen, etwa Anreize den Wasserverbrauch einzuschränken. Dennoch sehen Kritiker die Schuld an der Knappheit bei der Politik. Schlechte Planung und das Schielen auf Wahlergebnisse seien damals ein Grund gewesen, wieso man zu spät reagiert habe.