Chronik | Welt
13.07.2017

Brände am Vesuv: Steckt Giftmüll-Mafia dahinter?

Ermittlungen gegen kriminelle Organisationen, die sich mit illegaler Giftmüll-Entsorgung bereichern. Regierung entsandte Soldaten

Die italienische Regierung hat im Kampf gegen Brände am Vesuv Soldaten entsandt. Zur Vorbeugung weiterer Brände und im Einsatz gegen Brandstifter sollen verstärkt Militär eingesetzt werden, teilte Umweltminister Gian Luca Galletti mit. Wer die Hänge des Vesuvs in Brand gesteckt hat, ist noch unklar. Vermutet wird, dass mafiöse Organisationen für die Flammen verantwortlich seien.

Autor Saviano: Mafia zerstört Region

Diese bereichern sich mit der illegalen Entsorgung von Giftmüll. Dieser Ansicht ist auch der neapolitanische Schriftsteller und Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano. "Kriminelle Organisationen nützen die Hitzewelle dieser Tage, um den Nationalpark des Vesuvs zu zerstören. Damit gewinnen sie Boden für ihre illegalen Mülldeponien", meinte Saviano. Umweltschützer und Anrainer vermuten schon seit Jahren, dass an den Hängen des 1.280 Meter hohen Vulkans illegale Mülldeponien florieren.

Zahl der Förster aus Spargründen reduziert

"Die Hänge des Vesuvs sind aus spekulativen Gründen ins Visier krimineller Organisationen geraten", sagte der neapolitanische Parlamentarier der Fünf Sterne-Bewegung Roberto Fico. Er klagte, dass in Italien in den vergangenen Jahren aus Spargründen die Anzahl der Förster stark abgebaut worden sei. Ganz Süditalien sei im Würgegriff des Feuers. "Vom Vesuv bis nach Sizilien verschlingen die Flammen Wälder und Böden", so Fico.

Hunderte Touristen mit Booten weggebracht

Von den Bränden besonders betroffen sind die Regionen Sizilien und Kampanien. An vielen Orten Italiens halten derzeit Wald- und Buschbrände die Feuerwehren in Atem. 900 Touristen mussten im sizilianischen San Vito Lo Capo( Bild)vor einem Feuer in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden mit Booten von einer von Flammen umringten Ferienanlage am Strand weggebracht.