Brach die Boing-777 tatsächlich auseinander?

Suchflugzeuge und Schiffe sind seit Mittwoch verstärkt im Andamanischen Meer vor der Westküste Malaysias im Einsatz. © Bild: AP

Bereits vor einem halben Jahr gab es eine Warnung vor Schwachstellen. Nun wird auch über Satellit gesucht.

Ein halbes Jahr vor dem mysteriösen Verschwinden von Flug MH370 aus Malaysia hat die US-Luftfahrtbehörde FAA vor "Rissen und Korrosion" bei Flugzeugen der Boeing-777-Familie gewarnt. Die Probleme könnten zu einem "plötzlichen Druckabfall" in der Kabine oder gar zum "Auseinanderbrechen" des Flugzeugs in der Luft führen, heißt es in einem Entwurf für eine Direktive. Eine Boeing 777-200 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am Freitag eine Stunde nach ihrem Start in Kuala Lumpur von den Radarschirmen verschwunden. Trotz fieberhafter Suche fehlt bis heute jede Spur von der Maschine, die 239 Menschen an Bord hatte.

Nun ist auch eine internationale Satelliten-Suche gestartet worden. Auf Bitten Chinas seien Erd-Beobachtungssatelliten mehrerer Staaten zur Verfügung gestellt worden, teilte der Satelliten-Pool am Mittwoch auf seiner Internetseite mit. 15 Weltraumagenturen oder nationale Weltraum-Institute hatten ein Abkommen unterzeichnet, demzufolge im Notfall die Bilder ihrer Satelliten zur Verfügung gestellt werden. Zu den beteiligten Staaten zählen neben den EU-Ländern auch die USA, Japan, China und Indien.

Ausgeweitete Suche

Die Suche hat sich inzwischen auf eine Meeresregion Hunderte Kilometer von der letzten bekannten Position entfernt. Die Suchflugzeuge und Schiffe sind nach vergeblichen Bemühungen im Südchinesischen Meer seit Mittwoch verstärkt im Andamanischen Meer vor der Westküste Malaysias im Einsatz.

Sollte die Maschine dort gefunden werden, wäre sie mehrere hundert Kilometer von ihrem eigentlichen Kurs abgewichen. Das Militär hatte schon am Wochenende in seinen Radaraufzeichnungen einen möglichen Kurswechsel von Flug MH370 entdeckt. Die Boeing sei womöglich umgekehrt, hieß es. Rätselhaft bleibt, warum der Pilot sich dann nicht meldete und warum die Bordcomputer keine Probleme an die Bodenkontrolle funkten. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der letzte Funkspruch aus dem Cockpit angeblich "In Ordnung, gute Nacht" gewesen. Dies erklärte der malaysische Botschafter in Peking bei einem Treffen mit chinesischen Angehörigen der Passagiere, wie die Zeitung Straits Times aus Singapur berichtete.

"Wir sind schockiert"

Unterdessen kamen in Australien skandalöse Geschichten über den Copiloten des verschwundenen Malaysia Airlines-Flugzeugs ans Licht. Der 27-Jährige habe mit ihnen bei einem früheren Flug die ganze Zeit im Cockpit herumgealbert und dort auch geraucht, berichteten zwei Touristinnen Reportern. Beides ist streng verboten. "Wir sind schockiert", teilte die Fluggesellschaft mit. Die Vorwürfe würden sehr ernst genommen, hätten aber noch nicht überprüft werden können.

Die Boeing mit 239 Menschen an Bord war am Samstag verschwunden, kurz bevor sie den vietnamesischen Luftraum erreichen sollte. Bisher galt das Südchinesische Meer zwischen Malaysia und Vietnam als mögliches Absturzgebiet.

Zermürbende Situation für Angehörige

Die US-Firma DigitalGlobe hat aktuelle Satellitenbilder ins Netz gestellt und dazu aufgerufen, die Fotos vom Meer nach Hinweisen auf einen Absturz von Flug MH370 der Malaysia Airways zu durchforsten. Die Geduld der Angehörigen wird durch widersprüchliche Meldungen überstrapaziert. Viele wurden aus Peking nach Kuala Lumpur geflogen.

Erstellt am 12.03.2014