Chronik | Welt
02.02.2018

Bootsunglück vor libyscher Küste - 90 Tote befürchtet

Bisher konnten drei Überlebende geborgen werden.

Vor der Küste Libyens ist nach Informationen der Organisation für Migration (IOM) am Freitag früh ein Boot mit mehr als 90 Flüchtlingen und Migranten an Bord gekentert. Zwei Menschen hätten an Land schwimmen können, einer sei von Fischern gerettet worden, berichtete IOM-Sprecherin Olivia Headon aus Tunis. Die Organisation fürchte, dass rund 90 Menschen ertrunken sein könnten.

Diese Zahl hätten die Überlebenden genannt. Das Boot sei sehr voll gewesen. Das Wetter in der Region vor der Hafenstadt Zuwara im Nordwesten Libyens sei zur Zeit kein Problem. Bei den Überlebenden handelt es sich nach Angaben von IOM um zwei Pakistaner und einen Libyer. Nach ihren Aussagen waren an Bord überwiegend Pakistaner.

EU will Kampf gegen Schlepper fortsetzen

Die EU will nach dem Bootsunglück nun die Seenotrettung von Flüchtlingen und den Kampf gegen Schlepper fortsetzen. Dies betonte eine Sprecherin der EU-Kommission am Freitag in Brüssel. "Jedes verlorene Menschenleben ist eines zu viel", sagte sie.

Im Rahmen ihrer Mission "Sophia" geht die EU gegen Schlepperbanden vor. Die seit 2014 laufende EU-Militäroperation hat bisher aber auch über 42.000 Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet. Libyen ist der Hauptausgangspunkt für Flüchtlinge, die von Afrika aus versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.