Haselsteiner, Pater Inama und ein moldauischer Priester pflanzen einen Nussbaum

© /Helmut Brandstätter

25 Jahre Concordia
09/30/2016

Bio-Produkte der Marke Concordia

Die Hilfsorganisation feiert und arbeitet an einem Öko-Projekt in der Republik Moldau.

von Helmut Brandstätter

Da stehen jetzt zwei kleine Bäumchen mitten auf einem riesigen Feld, ungeschützt im herbstlichen Wind. Sie werden einmal Nüsse tragen, vor allem aber werden sie nicht einsam bleiben. Schon im kommenden Februar werden hier Hühnerställe, ein Gewächshaus, Werkstätten und ein Wohnhaus gebaut.

Concordia errichtet eine ökologische Landwirtschaft, in der Tradition der Hilfsorganisation: Hilfe zur Selbsthilfe mit 50 Arbeitsplätzen, 22 Ausbildungsplätzen für künftige Biobauern und Verpflegung für Ärmere aus der Umgebung.

ÖKO-Concordia

In Breanova, rund eine Stunde nördlich der moldauischen Hauptstadt Chisinau, investiert Hans Peter Haselsteiner mit seiner Stiftung 5,5 Millionen Euro. Wobei er beim Spatenstich betont, dass hier ein landwirtschaftlicher Betrieb entsteht, der sich bald selbst tragen soll, zusätzliche Investoren sind herzlich eingeladen. Die Böden in der Republik Moldau sind hervorragend, der Wein kann international schon mithalten, Bio-Produkte werden ihre Abnehmer finden. Hier soll Gemüse angebaut werden, Hühner werden ökologisch unbedenkliche Eier legen.

20160929_095320.jpg

20160929_095924.jpg

20160929_105242.jpg

20160929_112037.jpg

20160929_174032.jpg

20160929_174148.jpg

20160929_185032.jpg

20160929_185731_001.jpg

20160929_190704.jpg

100 Hektar Grund wurden angekauft, was gar nicht einfach war. Nach 1990, nach dem Ende des Kommunismus, wurden die landwirtschaftlichen Kolchosen aufgeteilt. Dabei wollte die Regierung besonders gerecht vorgehen und zerriss viele Betriebe. Manche Bauern bekamen Grundstücke mit unterschiedlicher Bodenqualität, zum Teil weit voneinander entfernt. Landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren waren aber kaum vorhanden. So wurde in diesem Land, das für den Ackerbau sehr geeignet wäre, der Anbau von Lebensmitteln kaum weiter entwickelt.

Menschen - Export

In der Republik Moldau kursiert der traurige Spruch, dass Menschen das wichtigste Exportprodukt des Landes seien. Tatsächlich tragen Auslands-Moldauer durch ihre Überweisungen zu einem Drittel des Bruttoinlandsprodukts bei. Die Auswanderungswellen haben viele Dörfer weitgehend geleert, oft sind nur die Alten zurückgeblieben. Hier in Breanova soll der Bio-Musterbetrieb zeigen, dass Landwirtschaft in Moldau Zukunft hat.

Concordia, als Hilfsprojekt für Straßenkinder vor genau 25 Jahren von Pater Georg Sporschill in Rumänien gegründet, ist in der Republik Moldau inzwischen die größte Hilfsorganisation. Als Haselsteiner vor zwölf Jahren zu Concordia kam, wollte er auch hier helfen. Warum Moldau? "Wir wollten dort sein, wo niemand hingehen wollte, wir wollten etwas für die Ärmsten der Armen tun."

Nicht nur Großspender

Der Bau-Industrielle Haselsteiner (STRABAG AG) betont, dass nur die Hälfte der Concordia-Gelder von Großspendern kommt, ihn beeindrucken die vielen Spender, denen das Schicksal der Menschen im fernen Moldau am Herzen liegt. Ein wichtiger Unterstützer hier sind die 19 steirischen Rotary-Clubs, die für den Bio-Bauernhof ein Glashaus spenden. Dort sollen die Jugendlichen professionellen Gemüseanbau lernen. Schon in der Vergangenheit haben Rotarier das Projekt "Stadt der Kinder" in der Stadt Pitita unterstützt.

Feier in Bukarest

25 Jahre Concordia wurde im Bukarester Odeon Theater mit Tanz und Musik, unter der Schirmherrschaft von Prinzessin Maria von Rumänien gefeiert. Die Tochter des letzten Königs Michael lebt ohne offizielle Funktion in Bukarest, engagiert sich aber für Hilfsprojekte. Concordia-Kinder spielen auf der Bühne sehr gekonnt Marionetten, bis sie zum Schluss ein Schild hochheben: "Wir sind keine Marionetten." Zum Beweis dafür erzählen Jugendliche, wie sie auch ohne Eltern zu einem sinnvollen Leben gefunden haben. Dass viele von ihnen den Begriff "Mama" nicht aus eigener Erfahrung definieren können, ist auch ein Stück trauriger Wahrheit.

Concordia hat sich in diesen 25 Jahren weiterentwickelt. Damals wurden Kinder, die nach der Schließung der kommunistischen Jugendheime plötzlich obdachlos geworden waren, weg von der Straße und oft weg von den Drogen geholt. Heute versucht man, den jungen Menschen Familien zu geben, also werden Pflegeeltern gesucht, damit Kinder und Jugendliche ohne Eltern ein echtes Zuhause bekommen. Und sie erhalten eine Ausbildung in Schule und Praxis nach dem Vorbild der österreichischen dualen Ausbildung. Die Pflegeeltern bekommen entweder ein Haus oder Geld für ihre Schützlinge.

Freilich ist durch die dezentrale Betreuung ein e neue Form der Qualitätskontrolle notwendig, die gerade von Cornelia Burtscher aufgebaut wird. Die junge Vorarlbergerin übersetzte bei der Feier fließend ins Rumänische. Sie betreut auch die Volontäre aus Österreich, Deutschland und Rumänien. Schön langsam setzt sich auch hier der Gedanke der Freiwilligenarbeit durch.

Rumänien und die Republik Moldau versuchen IT-Unternehmen hierher zu bringen, auch dafür werden Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen. "Wir bleiben hier, weil so viele Menschen mittun, die für die Projekte brennen", so Hans Peter Haselsteiner.

SPENDEN:

Concordia-Sozialprojekte-Privatstiftung.

Raiffeisenlandesbank NÖ/Wien

BIC: RLNWATWW

IBAN: AT66 3200 0000 0703 4499

Internet: www.concordia.or.at

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.