Chronik | Welt
25.04.2017

Berlin: Anklage gegen mutmaßlichen U-Bahn-Treter

Dem 27-Jährigen werde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Auf Überwachungskamera aufgezeichnete Attacke hatte in ganz Deutschland Empörung ausgelöst.

Gegen den mutmaßlichen U-Bahn-Treter von Berlin ist Anklage erhoben worden. Dem 27-Jährigen werde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die völlig unprovozierte Attacke auf eine junge Frau hatte in ganz Deutschland Bestürzung hervorgerufen.

Der Mann soll Ende Oktober 2016 unvermittelt eine Passantin eine Stiege im U-Bahnhof Hermannstraße hinuntergetreten haben. Die 26-Jährige erlitt einen Armbruch und eine Platzwunde am Kopf.

Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Er war zunächst untergetaucht, mit Haftbefehl gesucht und kurz vor Weihnachten gefasst worden, als er auf dem Zentralen Omnibusbahnhof aus Südfrankreich in der deutschen Hauptstadt ankam.

Die Attacke war von einer Videokamera aufgezeichnet worden. In Berlin sind alle U-Bahnen und U-Bahnhöfe sowie Straßenbahnen und die meisten Busse mit Videokameras ausgestattet.

Bei der Festnahme war den Ermittlern der Zufall zu Hilfe gekommen. Wegen einer großen Präventionskampagne gegen Taschendiebe waren viele Polizisten zufällig in der Nähe des Busbahnhofs. Zivile Fahnder baten um Unterstützung, einige uniformierte Kollegen verstärkten dann schnell die Einsatztruppe am Busbahnhof.

Nach der Attacke waren erneut Forderungen nach mehr Videoüberwachung laut geworden. Der Bund deutscher Kriminalbeamter argumentierte, Überwachungskameras könnten Täter abschrecken.