Ben Alis Luxusbesitz unter dem Hammer

Lamborghinis, Luxusmöbel und Juwelen des gestürzten Langzeitdiktators werden versteigert. Mit dem Erlös soll das Budget aufgepäppelt werden.

Vor allem die 22 Luxuskarossen sollen Gelder in die Kassen spülen.

Wer sich immer schon mit den Luxus-Insignien eines Diktators eindecken wollte, hat jetzt Gelegenheit dazu: In Gammarth einem Ferienort nördlich von Tunis, steht zum Verkauf, was Diktator Ben und Ali und seine superreiche Familie bei ihrer Flucht vor knapp zwei Jahren zurücklassen mussten: Gepanzerte Cadillacs, Lamborghinis, Bentleys – insgesamt 35 Luxusautos kommen ebenso unter den Hammer wie Gemälde, Pelzmäntel, Juwelen und vergoldete Möbel. Schuhe, Handtaschen und Uhren mit einem Wert unter 5000 Euro werden zu Fixpreisen angeboten.

Die Auktion ist die größte, die Tunesien je erlebt hat. Für viele Tunesier wird sie dennoch unerschwinglich bleiben. Denn wer mitbieten will, muss 15 Euro Eintritt zahlen – für die Mehrheit der Bevölkerung viel zu viel. Der durchschnittliche Monatslohn in Tunesien beträgt nur rund 160 Euro. Mit dem Erlös aus der Versteigerung – die Regierung hofft auf mindestens zehn Millionen Euro – will man Schulbusse für die Kinder auf dem Land kaufen.

Sicheres Exil

Ex-Diktator Ben Ali, seine Frau und ihr jüngster Sohn können die Auktion indessen nur aus sicherer Entfernung, im saudi-arabischen Exil, verfolgen. Im Jänner 2011 hatten sie sich, angeblich mit etlichen Goldbarren im Gepäck, fluchtartig abgesetzt. Saudi-Arabien weigert sich, die ehemalige Diktatorenfamilie in ihre Heimat auszuliefern, wo sie wegen Machtmissbrauchs zu 35 Jahren Haft verurteilt wurde. Ben Alis im ganzen Land verhasster Schwager, bei dem einst alle geschäftlichen Fäden im Land zusammengelaufen waren und der angeblich Milliarden angehäuft haben soll, hat sich nach Kanada gerettet. Dort haben er und seine Familie um politisches Asyl angesucht.

(KURIER) Erstellt am
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