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Chronik Welt
09/30/2016

Baufirma streikt für afghanischen Mitarbeiter

Der afghanische Flüchtling Tarvus Qurban lebt und arbeitet seit fünf Jahren in Deutschland. Nun droht ihm die Abschiebung. Sein Asylantrag war 2013 abgelehnt worden.

Tavus Qurban arbeitet seit fünf Jahren bei der bayrischen Baufirma Strasser. Nun läuft die Arbeitserlaubnis für den gebürtigen Afghanen aus. Ihm droht die Abschiebung aus Deutschland. Ein Facebook-Posting der Baufirma hat nun eine Solidaritätswelle im Internet ausgelöst, um die deutschen Behörden dazu zu bewegen, die Abschiebung auszusetzen.

"Tavus Qurban – Wir stehen hinter dir!", steht auf der Facebook-Seite von Strasser Bauunternehmungen GmbH. Angekündigt wird ein Niederlegung der Arbeit heute Freitag von 10 bis 12 Uhr, um sich solidarisch mit dem Afghanen zu zeigen. Die Firma argumentiert gegen die Abschiebung damit, dass Qurban wie jeder deutsche Arbeitnehmer sein eigenes Geld verdient, Steuern und Krankenversicherung zahlt. "Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass voll integrierte Flüchtlinge, die inzwischen Jahre bei uns tätig sind und niemandem auf der Tasche liegen, abgeschoben werden. Wir haben unseren Beitrag als mittelständisches Unternehmen zum Thema Integration geleistet – nun erwarten wir dasselbe von den Behörden", heißt es weiter in dem Posting.

Das Internet zeigt sich ebenfalls solidarisch mit dem Afghanen und ist von der Aktion des mittelständischen Unternehmens begeistert. Aktuell wurde das Facebook-Posting beinahe 90.000 Mal geteilt.

Behörden: Alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft

Von Seiten der Behörden heißt es, alle rechtlichen Mittel seien ausgeschöpft. Für eine Verlängerung sei kein Spielraum mehr. "Wir haben von ihm keine Antragsformulare und auch sonst keinen Nachweis, dass er sich beim Konsulat um einen Pass bemüht hat", sagt Landratsamts-Sprecher Markus Huber zur deutschen Tageszeitung Die Welt. Der Afghane war 2010 ohne Pass nach Deutschland gekommen. Laut Aufenthaltsgesetz muss er sich jedoch bei der jeweiligen Landesvertretung um einen neuen bemühen. Strasser-Firmenchef Stefan Birnbacher schildert die Geschichte anders: Qurban habe sich beim Konsulat in München mehrfach erfolglos um einen Pass bemüht.

Asylantrag 2013 abgelehnt

Qurbans Asylantrag wurde 2013 abgelehnt. Seitdem wird er rechtlich in Deutschland nur "geduldet". Nach Afghanistan will der Flüchtling nicht mehr zurück. Seine Familie ist bereits aus dem Land geflohen und lebt mitterweile in Australien. Mit der Solidaritätsaktion hofft Firmenchef Birnbacher nun darauf, dass sich die Behörden gesprächsbereiter zeigen, "wir in der Firma brauche Leute wie ihn, ich kann viele Stellen nicht besetzen, weil wir keine Leute finden, die auf dem Bau arbeiten wollen".

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