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© APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES

Frankreich
05/19/2016

Mutter hat Baby eingefroren: Sieben Jahre Haft

Bei dem Urteil machte das Gericht in Carcassonne geltend, dass sie zum Zeitpunkt der Tat über eine "eingeschränkte Urteilsfähigkeit" verfügt habe.

In Südfrankreich ist eine Mutter zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ihr Baby nach der Geburt eingefroren hatte. Die 32-jährige Belgierin hatte ihr Kind ohne Hilfe zur Welt gebracht und anschließend in einen Gefrierschrank gelegt. Bei dem Urteil machte das Gericht in Carcassonne geltend, dass sie zum Zeitpunkt der Tat über eine "eingeschränkte Urteilsfähigkeit" verfügt habe.

Die aus Flandern stammende Frau, eine strikte Verhütungsgegnerin und Mutter zweier Töchter, hatte am 2. Februar 2011 ihren Sohn auf einer Toilette sitzend geboren. Vor Gericht erzählte sie, wie sie das Kind auffing, damit es nicht in die Toilette fiel.

Drei Monate später gefunden

Nachdem sie dem Baby die Nabelschnur durchtrennt habe, habe sie es gewaschen und in eine Decke gewickelt. Sie habe sich geduscht und das Kind dann in den Gefrierschrank gelegt. Nach der Tat holte die Frau ihre beiden drei und sieben Jahre alten Töchter von deren Vater ab.

Drei Monate später entdeckte der Ex-Freund der Frau das erfrorene Baby im Gefrierschrank. Der Bub war nicht sein Sohn, sondern der eines anderen Mannes. Dieser trat als Nebenkläger auf.

Sohn "nicht wehtun" wollen

Vor Gericht bekannte sich die Frau zu der grausamen Tat, die sie nach eigenen Angaben damals als "einzige Lösung" ansah. Auf die Frage des Richters, warum sie ihr Kind einfror und nicht auf andere Art tötete, sagte sie, sie habe ihrem Sohn "nicht wehtun" wollen.

Über ihre Schwangerschaft sagte sie, als sie diese bemerkt habe, habe sie Hilfe bei einer Sozialarbeiterin gesucht, um "eine Lösung zu finden". Es sei jedoch bereits zu spät gewesen, sagte sie offenbar mit Blick auf eine Abtreibung.

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