Chronik | Welt
31.10.2017

Attacke mit Kleinlaster in New York: Acht Tote, elf Verletzte

Ein Kleinlaster rammte in Manhattan mehrere Menschen auf einem Radweg. Acht Tote wurden bisher bestätigt. Der 29-jährige mutmaßliche Einzeltäter wurde angeschossen und festgenommen.

In New York ist ein Kleinlaster mit hoher Geschwindigkeit über einen Fuß- und Radweg gefahren und hat zahlreiche Menschen erfasst. Bürgermeister Bill de Blasio berichtete in einer live übertragenen Pressekonferenz von acht Toten. Der Geist New Yorks könne durch einen derartigen "feigen terroristischen Akt" nicht gebrochen werden, sagte de Blasio.

Andrew Cuomo, Gouverneur des US-Staates New York, sagte, es handle sich offenbar um einen Einzeltäter. Es gebe keine Hinweise auf eine weitere Bedrohung.

In Regierungskreisen hieß es bereits davor, der Vorfall werde als Terror-Anschlag behandelt. Es wäre die erste Terrorattacke in New York mit Todesfolge seit dem 11. September 2001, hieß es auf CNN.

Der festgenommene Mann sei ein 29-Jähriger, berichtete der New Yorker Polizeichef James P. O'Neill. Seine Identität oder weitere Angaben zu seiner Person würden zunächst nicht bekanntgegeben.

Mit Waffen-Attrappen hantiert

Nachdem der weiße Miet-Pick-Up nahe des Hudson River mehrere Menschen überfahren hat, sei der Täter weitergefahren und habe einen Schulbus gerammt. Daraufhin sei er aus dem Fahrzeug gestiegen.

Er habe dabei ein Paintballgewehr und ein Luftgewehr in der Hand gehabt. Der Mann sei daraufhin von einem uniformierten Polizisten in den Bauch geschossen worden. Die Behörden dankten in der Pressekonferenz mehrfach dem nicht namentlich genannten Polizisten, der "weiteres Blutvergießen verhindert" habe.

Wie der Polizeichef New Yorks bekanntgab, sei der Mann in ein Krankenhaus gebracht worden. Er befinde sich in Polizei-Gewahrsam.

CNN berichtet von Zeugenaussagen, wonach der mutmaßliche Angreifer auf Arabisch gerufen habe. Auf eine Journalistenfrage, ob der Täter "Allahu Akbar" ("Gott ist groß" auf Arabisch) gerufen habe, antwortete der Polizeichef, der Mann habe "eine Aussage gemacht, die geeignet war, die Tat als Terrorangriff zu werten".

Elf nicht-lebensgefährlich Verletzte

Sechs der Opfer seien auf der Stelle gestorben, sagte Feuerwehrchef Daniel Nigro. Zwei weitere seien bei ihrer Ankunft im Spital für tot erklärt worden. Elf Personen wurden mit nicht-lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, berichtete er.

Die Attacke ereignete sich am Nachmittag vor der Halloween-Nacht, zu der jedes Jahr Umzüge und Feierlichkeiten stattfinden.

Trump: "NICHT IN DEN USA!"

US-Präsident Donald Trump twiterte: "Es sieht so aus, als ob eine sehr kranke und verstörte Person eine weitere Attacke in New York begangen hat." Es werde genau ermittelt. "NICHT IN DEN USA!" fügte Trump noch in Großbuchstaben hinzu.

Bedachte Worte fand seine Ehefrau, Melania Trump, auf Twitter: "Was in New York heute passiert ist, bricht mir das Herz. Gedanken und Gebete, während wir die Situation verfolgen."

Ein Foto aus den sozialen Medien zeigt die Nähe des Schauplatzes zum Hudson River: