Chronik | Welt
15.06.2017

Attacke gegen Frau in Berliner U-Bahn-Station: Prozess vertagt

Verteidigung stellte Antrag auf Ablehnung einer Schöffin wegen Befangenheit.

Der Prozess um eine brutale Attacke gegen eine Frau auf einer U-Bahn-Treppe in Berlin ist noch vor dem Verlesen der Anklage vertagt worden. Die Verhandlung vor dem Landgericht der Hauptstadt werde am nächsten Dienstag fortgesetzt, sagte Richterin Sylvia Busch am Donnerstag. Hintergrund ist der Antrag der Verteidiger zu Prozessbeginn, eine Schöffin wegen Befangenheit abzulehnen.

Sie soll sich demnach in Leserbriefen in einer Zeitung über kriminelle Jugendliche mit Migrationshintergrund beschwert haben. Über den Antrag der Verteidiger muss das Gericht nun erst entscheiden. Sollte die Frau tatsächlich als befangen gelten, müsste ein neuer Schöffe gesucht werden. Dann könnte sich der Prozess um mehrere Wochen verzögern.

Betontruppe hinunter getreten

Der 28 Jahre alte angeklagte Bulgare soll die arglose Passantin mit einem wuchtigen Tritt in den Rücken eine Betontreppe hinunter getreten haben. Der Angriff am U-Bahnhof Hermannstraße im Stadtteil Neukölln hatte bundesweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Dem mutmaßlichen U-Bahn-Treter wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.