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Belgien
08/06/2016

Terrorverdacht: Macheten-Angreifer verletzte zwei Polizistinnen

Der Angreifer ist tot. Zwei Polizistinnen sind verletzt worden. Nach Einschätzung der Regierung handelt es ich um einen terroristischen Hintergrund.

Ein Machetenangriff auf zwei Polizistinnen heizt in Belgien die Furcht vor neuem Terror an. Bei der Attacke in der Stadt Charleroi wurden am Samstag in Belgien zwei Polizistinnen verletzt, eine von ihnen schwer. Ein Polizist schoss den Angreifer nieder, der wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Die Identität des Mannes war zunächst noch nicht klar.

Die belgische Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen, was auf ein mögliches terroristisches Motiv hindeutet. Belgien ist seit längerem im Visier islamistischer Terroristen.

"Das scheint ein neuerlicher Terroranschlag mit terroristischem Zusammenhang zu sein", sagte der belgische Premier Charles Michel dem Sender RTL. Er brach laut Nachrichtenagentur Belga seinen Urlaub ab und kehrte nach Belgien zurück, wo am Sonntag der Nationale Sicherheitsrat beraten wollte. Für den Nachmittag wurde eine Pressekonferenz Michels in der 50 Kilometer südlich von Brüssel gelegenen Industriestadt erwartet.

Der Angreifer habe bei der Attacke vor dem Polizeihauptquartier "Allahu Akbar" (arabisch: Gott ist groß) gerufen, teilte die Polizei auf Twitter mit. Eine der beiden Polizistinnen kam mit schweren Verletzungen im Gesicht ins Krankenhaus. Die zweite Beamtin erlitt den Angaben zufolge leichte Verletzungen. Direkt nach der Tat sperrte die Polizei die Straßen rund um den Anschlagsort.

Belgien auf Terrorwarnstufe 3

"Ich verurteile den Angriff in Charleroi auf das schärfste", schrieb Ministerpräsident Michel auf Twitter. Innenminister Jan Jambon sprach von einer "abscheulichen Tat". Die in Belgien zuständige Stelle zur Bewertung der Terrorbedrohung (Ocam) ließ die Terrorwarnstufe im Land zunächst unverändert, wie Jambon mitteilte. Derzeit gilt Stufe 3. Das ist die zweithöchste von insgesamt 4 Stufen - sie bedeutet, dass eine Terrorattacke möglich und wahrscheinlich ist.

In der Vergangenheit haben islamistische Terroristen von Belgien aus auch in Frankreich zugeschlagen. Einer der Attentäter der Anschlagsserie in Paris vom Jänner 2015 auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt hatte Verbindungen nach Charleroi. Auch der getötete mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Attentate vom November 2015 mit 130 Todesopfern kam aus Belgien. Im März sprengten sich drei Selbstmordattentäter auf dem Flughafen von Brüssel und in einer Metrostation in die Luft und rissen mehr als 30 Menschen in den Tod.

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