Chronik | Welt
05.12.2011

AKW Fukushima kommt unter ein Zelt

Eine Plane aus Polyester soll die zerstörte Reaktorhülle ersetzen. In der Region um Fukushima ereignete sich erneut ein schweres Erdbeben.

Die Betreiber des japanischen AKW Fukushima wollen einen der am schwersten beschädigten Reaktoren mit einem Zelt abdecken. Es soll zumindest vorübergehend die weitgehend zerstörte äußere Hülle des Reaktors eins ersetzen, sagte ein Sprecher. Das Zelt soll verhindern, dass radioaktives Material nach außen gelangt und dass Regenwasser in die Anlage eindringt. Es soll 54 Meter hoch und 47 Meter breit sein; die Hülle aus Polyester wird an einem Metallgerüst aufgespannt. Ende September soll das Zelt fertig sein.

Die Arbeit am Kraftwerk wird immer wieder durch erhöhte Strahlungswerte unterbrochen: Erst Anfang August hatte der Betreiber Tepco an einer Stelle des havarierten Atomkraftwerks extrem hohe Strahlungswerte gemessen.

Die Atomanlage war bei dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März schwer beschädigt worden. Ein Gebiet in weitem Umkreis um die Anlage wurde verseucht.

Neues Beben

In der Nacht auf Freitag hat erneut ein schweres Erdbeben die Region erschüttert. Der japanischen Erdbebenwarte zufolge ereignete sich der Erdstoß der Stärke 6,0 in einer Tiefe von 50 Kilometern. Das Epizentrum lag demnach vor der Küste der Präfektur Fukushima.

Berichte über Todesopfer oder mögliche Schäden nach dem jüngsten Beben lagen zunächst nicht vor, auch wurde keine Tsunami-Warnung ausgegeben. In der Stadt Fukushima soll eine Person verletzt worden, berichtete der Fernsehsender NHK. Die US-Erdbebenwarte gab das Beben, das noch in der 220 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio Häuser schwanken ließ, mit einer Stärke von 5,9 an.

Japan liegt auf vier aneinanderstoßenden Erdplatten und wird jedes Jahr von 20 Prozent der weltweit stärksten Erdbeben erschüttert. Durch das Erdbeben im März kamen mehr als 20.000 Menschen ums Leben. Die dadurch ausgelöste Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima war der schwerste Atomunfall seit der Katastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund