Chronik | Welt
11.02.2017

Größte Evakuierungsaktion in der Geschichte Griechenlands

70.000 Menschen müssen wegen einer Fliegerbombe ihre Häuser in Thessaloniki verlassen.

In Thessaloniki ist nach dem Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte Griechenlands angelaufen. Rund 70.000 Menschen müssen wegen der geplanten Entschärfung der Bombe ihre Häuser verlassen, wie die Behörden der Region Makedonien am Samstag mitteilten.

Als erstes sollten demnach mehr als 300 ältere und kranke Menschen in Sicherheit gebracht werden. Dafür wurden am Samstag 20 Krankenwagen bereitgestellt. Bis Sonntagmorgen müssen dann alle Menschen im Umkreis von 1,9 Kilometern um den Fundort der Bombe ihre Wohnungen verlassen. Es habe in Griechenland noch nie eine so große Evakuierungsaktion gegeben, sagte der Gouverneur Apostolos Tzitzikostas. Es sei aber auch noch nie eine Fliegerbombe in einem so dicht besiedelten Gebiet gefunden worden.

Entschärfung und Abstransport bis zu zwei Tage

Die Bombe mit fast 250 Kilogramm Sprengstoff war bei Bauarbeiten in der Nähe einer Tankstelle in Thessaloniki entdeckt worden. Die Behörden gehen davon aus, dass die Bombenentschärfung binnen acht Stunden gelingen dürfte.

Ein Armeesprecher sagte jedoch, dass die Entschärfung der Bombe und der Abtransport auf ein Militärgelände bis zu zwei Tage dauern könnten. "Wir wissen nicht, was uns erwartet", sagte Generalstabssprecher Nikos Phanios zur Begründung.

Von der Evakuierungsaktion sind drei Stadtviertel rund fünf Kilometer westlich der Innenstadt von Thessaloniki betroffen. Auch ein Flüchtlingslager wird evakuiert. Tausend Polizisten sollen die Aktion unterstützen. Der Zug- und Busverkehr in der zweitgrößten Stadt Griechenlands wird unterbrochen.

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