Chronik | Welt
08.09.2017

13-Jährige rettete mit ihren Organen acht Menschen

Der tragische Tod des Teenagers Jemima, der letztlich anderen das Weiterleben ermöglichte, bewegt Großbritannien. Fünf der Empfänger waren Kinder.

Als ob sie es geahnt hätte. In ihren Tagebuchaufzeichnungen, die jetzt veröffentlicht wurden, schreibt die damals zwölfjährige Jemima Layzell: "Mir kommt vor, dass ich nicht lang genug leben werde, um ein Autor zu werden, zu heiraten und eine Familie zu gründen." Tatsächlich endete das kurze Leben des Mädchens nach nur 13 Jahren. Sie verstarb plötzlich nach einer Gehirnblutung. Ihr früher Tod eröffnete aber acht anderen Menschen in Großbritannien neue Lebensperspektiven.

Zufällig, sagt Mutter Sophy Layzell, habe man in der Familie nach dem tödlichen Unfall eines engen Freundes über Organspenden gesprochen. Ihre Tochter habe bis damals noch nie etwas davon gehört, aber die Wichtigkeit dieser Maßnahme komplett verstanden. Nach dem tragischen Ende wurden Jemimas Organe gleich in acht Empfängern implantiert: Herz, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse, zwei Personen erhielten jeweils eine Niere, die Leber wurde geteilt und ebenfalls in zwei Menschen verpflanzt. Beide Lungenflügel ermöglichten einem weiteren Patienten ein (fast) normales Leben. Fünf der Empfänger waren Kinder, berichtet die britische Zeitung "The Guiardian".

Sie alle verdanken ihr Dasein und ihre Zukunft Jemima. Diese räsonierte in ihrem Tagebuch auch über ihren "Romeo". "Was ist mit meinem Prince Charming passiert?", schreibt sie. Und weiter: "Ich würde mich gerne aus dem Fenster lehnen und für meine wahre Liebe singen. Die wahre Liebe, die ich noch nicht erlebt habe und möglicherweise nie erleben werde."