Chronik | Welt
16.10.2018

Schweres Unwetter löste tödliche Flut in Frankreich aus

Es gab mindestens elf Tote. Grund für die Überschwemmungen waren ungewöhnlich starke Regenfälle.

Bei Überschwemmungen im Süden Frankreichs sind am Montag mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Acht Menschen seien verletzt worden, teilte die zuständige Präfektur am Montagabend mit. Eine Person werde vermisst. Der TV-Nachrichtensender BFMTV sprach am Abend unter Berufung auf die Zivilsicherheit, die sich in Frankreich vor allem auf die Feuerwehr stützt, von mindestens zwölf Toten.

Das Wasser kam schnell und überraschte viele Menschen im Schlaf: Ein Unwetter mit enormen Regenmengen hat im Süden Frankreichs verheerende Überschwemmungen angerichtet. Mindestens elf Menschen starben im Département Aude, wie die Behörden am Montag mitteilten. Acht Menschen wurden verletzt, eine Person wurde noch vermisst.

Beim TV-Nachrichtensender BFMTV war am Abend unter Berufung auf die Zivilsicherheit, die sich in Frankreich vor allem auf die Feuerwehr stützt, sogar von mindestens zwölf Toten die Rede. Fernsehbilder zeigten Szenen der Verwüstung: Bäche verwandelten sich in reißende Flüsse, Autos wurden fortgerissen.

Brücke wurde fortgerissen

Per Hubschrauber holten Retter manche Einwohner der besonders stark überfluteten Gemeinde Villegailhenc aus ihren Häusern. Braune Wassermassen umspülten am Vormittag ihre Häuser. Eine Brücke in dem Dorf nördlich der Stadt Carcassonne hielt der Flut nicht stand, sie wurde fortgerissen. Normalerweise fließt dort nur ein ruhiges Bächlein. Straßen bleiben ohne Belag zurück, Auto stapelten sich oder wurden von der Flut umgeworfen.

"Ich hätte niemals so etwas erwartet", sagte eine Frau aus dem Dörfchen Couffoulens BFMTV. Um sechs Uhr morgens sei sie aufgewacht und habe die Tür ihres Hauses geöffnet. Sofort seien Unmengen an Wasser hereingeströmt. Sie habe gerade noch ihre schlafenden Kinder in ein höheres Stockwerk bringen können. Am Ende habe das Wasser im Erdgeschoß rund zwei Meter hoch gestanden. Sie habe zwar gewusst, dass starker Regen drohe. Aber die Warnungen der Behörden hätten sie nicht auf die Wassermassen vorbereitet.

Nichts als Wasser

Grund für die Überschwemmungen waren ungewöhnlich starke Regenfälle in der Nacht zu Montag. Innerhalb weniger Stunden fiel im Département Aude mancherorts so viel Regen wie normalerweise in mehreren Monaten. Zahlreiche Bäche und Flüsse traten meterhoch über die Ufer.

In der Gemeinde Trèbes erreichte das Hochwasser einen Stand von mehr als sieben Metern. Seit dem Jahr 1891 hat es hier Behördenangaben zufolge nichts Vergleichbares gegeben. Die 5500-Einwohner-Kommune östlich von Carcassonne war französischen Medienberichten zufolge besonders stark von den Fluten betroffen.

Eine Anrainerin aus Trèbes erzählte dem Sender BFMTV, wenn sie aus dem Fenster schaue, sehe sie nichts als Wasser. Sie habe am frühen Morgen beobachtet, wie Menschen durch die Wassermassen auf der Straße vor ihrem Haus geschwommen seien.

Vier Gemeinden wurden laut der zuständigen Präfektur evakuiert, darunter die Ortschaft Pezens im Nordwesten von Carcassonne. Dort drohte das Wasser Medienberichten zufolge, einen Damm zu überspülen. Die Schulen im Département Aude blieben geschlossen, viele Straßen waren gesperrt, der Zugverkehr war mancherorts unterbrochen, wie die Präfektur auf Twitter mitteilte.

Macron sprach Anteilnahme aus

Mehr als 3.300 Haushalte waren am Montagabend noch ohne Strom. Die Menschen waren zwischenzeitlich aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Mehrere Hundertschaften der Feuerwehr waren im Einsatz. Im Krankenhaus von Carcassonne wurde ein psychologischer Notdienst für Menschen unter Schock ins Leben gerufen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Menschen in den überfluteten Gebieten seine Anteilnahme aus. "Ich möchte hier die Solidarität der gesamten französischen Nation ausdrücken", sagte er in Paris bei einer Pressekonferenz mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Moon Jae In. Es seien alle Rettungsdienste "in beispielhafter Weise" mobilisiert.

Macron selbst wolle "so bald wie möglich" selbst in das Flutgebiet reisen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Élyséepalast. Premierminister Edouard Philippe, der schon am Montag nach Südfrankreich gereist war, sagte den Menschen schnelle finanzielle Hilfen zu.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte starker Regen in Südfrankreich zwei Todesopfer gefordert. Damals waren bei der Gemeinde Sainte-Maxime an der Côte d'Azur mehrere Autos ins Mittelmeer gespült worden, zwei Menschen wurden tot in einem Wagen entdeckt.