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Chronik Welt
09/09/2019

Michael Schumacher kann Spital am Mittwoch wieder verlassen

Während der Vater medizinisch behandelt werden muss, tritt Sohn Mick Schumacher in dessen Fußstapfen.

Streng abgeschirmt vor fremden Blicken soll der ehemalige Formel-1-Weltmeister am Montagnachmittag in das renommierte Pariser KrankenhausGeorges Pompidou eingeliefert worden sein, berichtete die französische Zeitung Le Parisien.

Schumacher soll sich dort einer entzündungshemmenden Behandlung auf Basis von Stammzelleninfusionen unterziehen, die der berühmte Professor Philippe Menasche vornimmt.

Laut dem Bericht verlässt Schumacher das Krankenhaus bereits wieder am Mittwoch – es sei bereits die dritte Prozedur dieser Art bei der Formel-1-Legende. Nur die engsten Vertrauten der Familie Schumacher wissen, wie es dem 2013 verunglückten Ex-Rennfahrer gesundheitlich geht.

Mehr als fünf Jahre ist es her, dass Schumachers Leben an jenem Skihang in Méribel eine tragische Wendung nahm. Offizielle Diagnose: ein schweres, zeitweise lebensbedrohliches Schädel-Hirn-Trauma.

Abgeschirmt

Wer zu viel über Schumacher nachforscht, bekommt rasch Probleme mit den Anwälten der Familie – trotzdem ist das Interesse an seinem Schicksal ungebrochen.

Management und Familie pflegen exakt jene Strategie, die er selbst während seiner aktiven Karriere perfektioniert hatte. Wie sagte Schumacher im Jahr 2006: „Ich habe über viele Jahre gemauert und mich abgeschirmt.

Rennsportfans hatten nie wirklich die Chance zu erkennen, wer denn dieser Schumacher in Wirklichkeit ist. Natürlich wollte ich von meinen Landsleuten immer mehr geliebt werden.“

Eine neue Hoffnung

Von der Popularität profitiert auch sein Sohn Mick Schumacher. An finanzieller Unterstützung fehlt es dem 20-Jährigen nicht. Mit dem Aufstieg in die Formel-2 in diesem Jahr steht Mick Schumacher mehr denn je im Scheinwerferlicht – Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sagte unlängst, dass Schumacher junior bald in der Formel-1 fahren könne.

„Wir haben viel in ihn investiert, weil wir daran glauben, dass er ein guter Formel-1-Fahrer sein kann“, sagte er.

Das Aussehen, der Gang, der Klang seiner Stimme – viele fühlen sich an den großen Michael erinnert, wenn sie Schumacher junior begegnen. „Ich bin froh, wenn man mich mit meinem Vater vergleicht. Er ist mein Idol, er ist der, zu dem ich aufschaue“, sagt der 20-Jährige.

Dass er dem enormen Erwartungsdruck bisher gewachsen ist, bewies er spätestens mit seinem Triumph in der Formel-3-EM im vergangenen Jahr.

Im belgischen Spa-Francorchamps, wo Vater Michael 1992 seinen ersten Grand Prix gewann, holte sich Mick seinen Premieren-Erfolg in der Formel 3. Plötzlich gelang Mick Schumacher Sieg um Sieg, bis ihm in Hockenheim der EM-Titel sicher war.