Chronik | Vorrang 10.05.2012

Viele Kinder sind im Auto zuwenig gesichert

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Laut einer Erhebung des ÖAMTC ist jedes vierte Kind im Auto ungenügend angeschnallt, 16 Prozent sind gar nicht gesichert.

Um die Sicherheit von Kindern als Mitfahrer im Auto ist es einer aktuellen ÖAMTC-Erhebung zufolge schlecht bestellt: 16 Prozent sitzen völlig ungesichert im Fahrzeug, jedes vierte Kind ist ungenügend - nur mit einem Fahrzeuggurt - angeschnallt. 1.515 Fälle wurden vom Autofahrerclub in den vergangenen Wochen vor Volksschulen, Kindergärten und Einkaufszentren österreichweit erhoben.

Perfektes Beispiel: Kindersitz und angeschnallt. Leider nicht immer der Fall.
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Im Bundesländervergleich zeigte sich, dass Kinder in Oberösterreich (85 Prozent) am häufigsten richtig gesichert waren, gefolgt von der Steiermark (84 Prozent), Kärnten (80 Prozent), Tirol (69 Prozent), Salzburg und Wien (jeweils 58 Prozent), dem Burgenland (55 Prozent) sowie Niederösterreich (49 Prozent). Am nachlässigsten waren die Fahrzeuglenker in Vorarlberg: Nur 43 Prozent der Kinder waren dort vorschriftsmäßig angeschnallt.

Was den Testern negativ auffiel: Kinder waren meistens dann ungesichert, wenn der Lenker selbst nicht angeschnallt war. "Erwachsene müssen sich ihrer Vorbildwirkung bewusst sein und ihre Vorbildrolle unbedingt erfüllen", appellierte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Je nach Sitzplatz im Auto traten auch unterschiedliche Sicherungsarten zutage: Kinder, die vorne oder hinten mittig saßen, waren am schlechtesten gesichert. Hinten in der Mitte waren den Beobachtungen zufolge 40 Prozent der Kinder ungesichert. Auf dem Vordersitz waren 42 Prozent nur mit dem Fahrzeuggurt gesichert, "obwohl für diese Altersgruppe ein Kindersitz die sicherste Variante ist", erklärte die Verkehrspsychologin.

Seit dem Jahr 2005 sind bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen 111 Kinder getötet worden. Davon kam jedes zweite als Pkw-Insasse ums Leben. Darauf machte der VCÖ am Montag aufmerksam.

Erstellt am 10.05.2012