Chronik | Vorrang 10.05.2012

Unfallstatistik: Mehr Kinder getötet

2011 starben 521 Menschen auf Österreichs Straßen – um 31 weniger als noch 2010. Die Schattenseite: Die Zahl verunglückter Kinder ist leicht gestiegen.

Österreichs Straßen werden immer sicherer. Im abgelaufenem Jahr kamen bei 491 Unfällen insgesamt 521 Menschen ums Leben. Dieses Ergebnis bedeutet gegenüber 2010 mit 552 Verkehrstoten einen Rückgang von 5,6 Prozent oder 31 Todesopfern. Somit wurde ein erfreulicher Trend fortgesetzt: Seit zwölf Jahren in Folge sinkt der Blutzoll auf den heimischen Straßen.

Mehr getötete Kinder

Doch jede Statistik hat ihre Schattenseite. Denn die neuerliche Zunahme von getöteten Kindern (bis 14 Jahre) bei Verkehrsunfällen zeigt schonungslos bestehendes Verbesserungspotentzial auf. Gegenüber 2010 (zehn Opfer) verloren 2011 um drei Kinder mehr ihr Leben bei Unfällen.

Drei Mädchen gestorben

Innenministerin J. Mikl-Leitner: „Arbeiten weiter an der Sicherheit“
© Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Der erschütterndste Crash ereignete sich im vergangenen Jahr am 20. März gegen 13 Uhr in der Nähe von Villach. Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw auf der B 83 starben vier Personen, darunter drei Mädchen im Alter von sieben bis zehn Jahren.

Die am Neujahrstag vom Innenministerium präsentierte Verkehrssicherheitsstatistik zeigt auch, dass vor allem sehr junge und ältere Menschen gefährdet sind. Denn die Fahrzeuge werden dank modernster Technik (diverse Fahr-Assistenten, Aufprallschutz, Rundum-Airbags) immer sicherer. Ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer können bei einem Zusammenprall weder auf Knautschzonen noch auf Sicherheitssysteme vertrauen.

So kamen 2011 im Bereich von Zebrastreifen 16 Fußgänger ums Leben. Davon zehn bei ungeregelten und sechs bei geregelten Schutzwegen. Drei zu Tode gekommene Fußgänger querten die Straße bei Rotphasen.

Besonders negativ zeigt sich die Bilanz bei Eisenbahn-Kreuzungsanlagen. In vergangenen Jahr starben in diesem Bereich 20 Menschen. 2010 wurden 15 Todesopfer verzeichnet. Schlechte Witterung, Zeitdruck der verunglückten Lenker und mangelhafte Absicherung zeichnen für diese traurige Entwicklung verantwortlich.

Mehr tote Radler

Ebenfalls angestiegen (2011 zu 2010) ist die Zahl der getöteten Radfahrer. Von den 42 Radlern starben 25 durch Fahrfehler und 17 durch Fremdverschulden.

Rückläufig zeigten sich die Alko-Unfälle. ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus Schneider relativiert diesen Trend allerdings: „Dafür sind die Getöteten bei Unfällen mit betrunkenen Lenkern um 66 Prozent gestiegen.“ Schneider forderte verstärkte Kontrollen.

Für die zuständige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bedeutet die Unfallbilanz 2011 eine Bestätigung ihrer Politik. Sie gibt aber zu bedenken: „Jeder Tote auf Österreichs Straßen ist einer zu viel. Wir werden an der Steigerung der Sicherheit weiter arbeiten.“ Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) nannte Sonntag einige Ansatzpunkte: „Viele Kreuzungen sind nicht kindersicher. Und das Tempo ist vielerorts zu hoch.“

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( Kurier ) Erstellt am 10.05.2012