Chronik | Vorrang 05.12.2011

174 Raser vor Schulen eingebremst

Am ersten Schultag sicherten der KURIER mit der Polizei die Schutzwege vor Wiens Schulen. Viele Autofahrer waren zu schnell.

Montag, 7.15 Uhr: mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche mit Rucksäcken und Schultüten drängen sich um die letzten freien Plätze im Bus der Linie 15A. Denn am Montag hat für sie und alle 200.000 Wiener Schüler das neue Schuljahr begonnen.

Bei der Station Neulandschule in Wien-Favoriten steigen die Schüler aus dem Bus. Oberst Josef Binder und sein Team von der Wiener Verkehrspolizei haben sich dort bereits in Stellung gebracht. "Trotz der Ampelsicherung ist der Schutzweg über die Ludwig von Höhnel Gasse besonders gefährlich. Denn die Autos kommen von beiden Seiten und nicht wenige sind zu schnell unterwegs", sagt Binder.

Tatsächlich wurde letztes Jahr ein Kind direkt vor der Neulandschule angefahren. Um das zu verhindern, halten die Beamten den Frühverkehr mit ihren Lasermessgeräten im Auge. Schon nach wenigen Minuten winken sie den ersten Fahrer zur Seite: Mit 85 km/h statt der erlaubten 50 km/h hat er sich dem Schutzweg genähert.

Bewusstsein schaffen

"Es geht uns bei den Kontrollen zu Schulbeginn weniger ums Strafen, als viel mehr darum, Bewusstsein bei den Autofahrern zu schaffen", erklärt Binder. Und weiter: "Man muss sich Schutzwegen so nähern, dass man jederzeit rechtzeitig anhalten kann, sollte ein Kind auf die Straße treten."

An 142 Schutzwegen patrouilliert die Polizei zusammen mit Zivildienern das gesamte Jahr. Innerhalb der nächsten zwei Wochen kommen noch zahlreiche Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen hinzu. Unterstützt wird die Polizei dabei vom KURIER, der diese Woche mit Infomaterial und Transparenten vor zahlreichen Schulen in Wien vor Ort ist.

7.30 Uhr: Die Verkehrspolizisten musste bereits sechs Schnellfahrer anhalten. Doch auch sonst haben die Beamten alle Hände voll zu tun. "Wir haben ein Auge auf die Eltern, die ihre Kinder auf der Hauptfahrbahn aussteigen lassen. Das Kind schaut ja meistens nicht und wenn dann ein Bus kommt, ist es schon passiert", erklärt Binder.

Eltern, die ihren Nach- wuchs an derart gefährlichen Stellen aus dem Auto springen lassen, werden von den Polizisten im freundlichen Gespräch aufgeklärt. "Wenn man den Eltern sagt, dass ihr Verhalten tödliche Folgen für das Kind haben kann, machen sie das meist kein zweites Mal", sagt Binder.

Insgesamt 20 Schnellfahrer hält die Polizei bis 9 Uhr in der Ludwig von Höhnel Gasse auf. In ganz Wien werden am Montagvormittag 174 Autofahrer wegen Schnellfahrens vor Schutzwegen abgestraft.

Um 11 Uhr ging der Einsatz weiter. Da war die Schule aus. Die Polizei kontrollierte wieder, da die Kleinen es eilig hatten, nach Hause zu kommen.

Leseraktion: Machen wir den Schulweg sicherer

Bei der großen KURIER Verkehrssicherheits-Aktion zum Schulstart "Vorrang für Kinder" sind alle Leser aufgerufen, dem KURIER mögliche Gefahrenstellen vor Wiener Schulen oder am Weg zur Schule zu nennen, an denen Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei im Aktionszeitraum vom 5. bis 16. September stattfinden sollen.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011