Chronik
03.10.2017

Ulrichsberg-Veteranen geht das Geld aus

Eine Straße soll errichtet werden, um mehr Gäste zum Gedenktreffen auf den Berg karren zu können

200 aufrechte Kärntner Veteranen nahmen vergangenen Sonntag am traditionellen Ulrichsbergtreffen teil. Ein Negativrekord, obwohl die Feier nicht mehr am Berg selbst, sondern beim leicht zu erreichenden Herzogstuhl am Zollfeld stattfand. Mit der sinkenden Zahl der Teilnehmer und Mitglieder schrumpfen auch die Einnahmen.

Heuer hat die Ulrichsberggemeinschaft (UBG) 110 Kärntner Kameradschaftsvereine schriftlich zum Treffen eingeladen; die Veranstaltung, die in den 1990-er-Jahren noch Tausende Gäste anzog, mutiert jedoch zum Auslaufmodell. "Seit Jahren sind die Besucherzahlen fallend. Letzten Samstag kamen 120 zum Kärntnerabend nach Krumpendorf und vielleicht 200 zum Treffen am Sonntag", sagt Helmut Mayer, Leiter des Kärntner Verfassungsschutzes. Dieser hält ein Auge auf die Versammlung, sehen doch Kritiker deren Sinn weniger im Gedenken an Kriegsopfer, sondern im Austausch von rechtsextremem Gedankengut.

Fakt ist: mit den Veteranen geht der Gemeinschaft auch das Geld aus. "Derzeit stehen wir bei 193 Mitgliedern, zehn kamen am letzten Wochenende hinzu", sagt Hermann Kandussi, Präsident der UBG. Diese leisten einen jährlichen Obolus von 30 Euro. Damit lassen sich keine großen Sprünge machen. "400 Ulrichsberg-Abzeichen haben wir am Sonntag verkauft, weshalb ich übrigens von 350 Besuchern ausgehe. Aber bis auf den Gewinn von zwei Euro pro Abzeichen und die Mitgliedsbeiträge haben wir keine Einnahmen. Wir kommen gerade noch so über die Runden", berichtet Kandussi.

Keine Miete zu zahlen

Die jährliche Feier koste 5000 Euro, dazu würden 2000 Euro Betriebskosten für das Büro in Klagenfurt kommen. Die Stadt stellt dem Verein das Büro mietzinsfrei zur Verfügung. "Aufgrund eines Uraltvertrags, an den wir gebunden sind", sagt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz ( SPÖ). Vom Land wurde die Förderung aus dem Kulturbudget, einst mit 11.000 jährlich dotiert, 2014 gestrichen.

Kandussi sieht nur eine Möglichkeit, dem Treffen alten Glanz zu verleihen: "Der Weg zur Gedenkstätte am Ulrichsberg ist wegen eines Felssturzes seit 2014 verlegt. Wir wollen eine neue Straße realisieren, um die Gäste mit Bussen hinauf transportieren zu können. Dann wird das Interesse an der Feier steigen." Grundstücksbesitzer ist Tilo Berlin. Kandussi will nun das Gespräch mit ihm suchen.