Protestmarsch von Kurden in Bregenz.

© APA/WERNER KAPLANER

Vorarlberg
10/11/2014

Zwei Verletzte bei Kurden-Demo in Bregenz

Vor dem angekündigten Protestmarsch wurden Kurden wurde von IS-Sympathisanten angegriffen.

Sehr angespannt und konfliktgeladen war Samstagnachmittag in Bregenz die Lage vor und während des angekündigten Protestmarsches von Kurden, die auf die Zustände in Kobane an der syrisch-türkischen Grenze aufmerksam machen wollen. Im Vorfeld ist es auf dem Festspiel-Parkplatz zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Kurden und eine Gruppe von Türken und Tschetschenen gerieten aneinander.

Dabei erlitten zwei Männer Stichverletzungen im Bauchbereich. Beide Opfer wurden in das Landeskrankenhaus Bregenz eingeliefert, einer der beiden wurde im Schockraum behandelt, ist aber außer Lebensgefahr, bestätigte Polizeisprecher Oberstleutnant Rainer Fritz. Später wurde ein Kurde festgenommen, es war vorerst nicht klar, ob er als Messerstecher oder Rauchbombenwerfer verdächtigt wird.

Massive Polizeibegleitung

Der angemeldete Demonstrationszug mit einigen hundert Teilnehmern durfte statt um 16.00 Uhr erst nach 17.00 Uhr unter massiver Polizeibegleitung losmarschieren. Statt wie ursprünglich geplant, in Richtung Innenstadt konnte die Polizei eine Änderung der Route in Richtung Vorstadt Vorkloster erreichen, um neuerliche Zusammenstöße zu vermeiden.

Mit Transparenten ("Kobane brennt - die Welt pennt", "Türkei finanziert - ISIS bombardiert") und skandierten Kobane-Sprechchören (z.B. "Überall ist Kobane") zogen die kurdischen Demonstranten über die Mehrerauer Brücke los und sorgten wegen der zeitweisen Sperre des City-Tunnels auch für Verkehrsprobleme. Während des Demonstrationszuges und noch einmal gegen Ende wurde eine Rauchbombe geworfen, was für zusätzliche Aufregung sorgte. Wegen der Festnahme eines Kurden waren die Teilnehmer nach Ende des Umzuges längere Zeit nicht bereit, die Demonstration aufzulösen. Erst nach längeren Verhandlungen und Gesprächen mit der Polizei wurde die Veranstaltung um ca. 19.00 Uhr beendet.

3000 bei friedlicher Kurden-Demo

Bei der Wiener Polizei war man angespannt wie selten zuvor. Groß angelegte Ausweiskontrollen und Durchsuchungen von Rucksäcken und Taschen gab es bisher noch nie im Umfeld von Demonstrationen. „Man muss sich nur anschauen, was in Europa los ist“, meinte eine Polizistin achselzuckend. Einige Teilnehmer berichteten sogar davon, dass sie angeblich im Vorfeld polizeilich fotografiert wurden. Zustände wie man es sonst nur von Demos in den USA kennt.

Rund 3000 Kurden und Linke demonstrierten am Freitag Abend dennoch friedlich in Wien, der Großteil davon waren Familien mit Kinderwagen. „Türkei, Terrorist“ und ähnliches wurde skandiert. Die Aktivisten forderten ein militärisches Eingreifen in der umkämpften nordsyrischen Stadt Kobane.

Dass die Angst der Polizei vor Störaktionen nicht überzogen war, zeigte sich abseits des Demozuges. Eine Person mit einer Salafisten-Flagge und einer Schreckschusspistole wurde im Umfeld kontrolliert und angezeigt. Auch drei Messer wurden sichergestellt. Eine Gruppe tschetschenischer Kampfsportler wurde in der Mariahilfer Straße von der stets aufmerksamen WEGA in die Enge getrieben und für einige Minuten isoliert, um einen Zusammenstoß mit den Kurden zu vermeiden.

Immer wieder wurden potenzielle Störenfriede entlang der Demoroute abgedrängt. Bei mehr als 50 Personen gab es Identitätsfeststellungen. Der Polizei gelang es dennoch für Ruhe zu sorgen, Festnahmen gab es keine. Heute ist eine Demo in Vorarlberg angesetzt.

Bilder von den Protesten in Wien:

Kurdish protesters in Austria attend a demonstrati

DEMONSTRATION DES BÜNDNIS "SOLIDARITÄT MIT ROJAVA

DEMONSTRATION DES BÜNDNIS "SOLIDARITÄT MIT ROJAVA

kurden, demo, wien…

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