Chronik | Österreich
21.09.2017

Wozabal-Pleite: Bittere Pille für betroffene Arbeiter

Schlimm ist der pauschalierte Lohnsteuer-Abzug (zwölf Prozent) für jene Wozabal-Mitarbeiter, die weniger als 1250 Euro im Monat verdienen.

Wie schon bei der Zielpunkt-Insolvenz haben der Insolvenzentgeltfonds (IEF) und Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmer (ISA) auch bei der Großpleite der Textilreinigung und Mietwäsche-Gruppe Wozabal (sechs marode Gesellschaften) mit Hochdruck gearbeitet. Rund 550 Wozabal-Arbeiter werden in Kürze die ausständigen Juli-Löhne erhalten; in den übrigen Fällen soll die Prüfung der Ansprüche noch nicht abgeschlossen sein. Die Arbeiterkammer Oberösterreich beklagt, dass den Beschäftigten dabei vom Lohn "zwölf Prozent Insolvenzsteuer" abgezogen wird. "Ein gesetzlicher Missstand, der sofort abgeschafft gehört", wettert AK-Präsident Johann Kalliauer.

Eigentlich handelt es sich dabei um eine "pauschalierte Lohnsteuer", die der IEF abziehen und der Finanz melden muss. "Davor gab es eine schwierige Regelung, wo man jeden Einzelfall extra berechnen musste. Die Pauschalierung vereinfacht die Verrechnung", sagt IEF-Geschäftsführer Wolfgang Pfabigan zum KURIER.

Späte Refundierung

Bitter ist dieser Abzug aber für jene Wozabal-Mitarbeiter, die weniger als 1250 Euro im Monat verdienen. Sie sind von der Lohnsteuer befreit.

Sie können sich gegen diesen automatischen Abzug nicht wehren und diese Pauschale erst im nächsten Jahr beim Lohnsteuerausgleich (Arbeitnehmerveranlagung) geltendmachen. Dann erhalten sie die Steuer zurück.

"Für den Einzelnen, den es trifft, kann es hart sein", räumt auch IEF-Geschäftsführer Pfabigan ein. "In der Regel ist es aber umgekehrt. Den Leuten wurde zu wenig Lohnsteuer abgezogen und sie müssen später Steuer nachzahlen." Nachsatz: "Wir weisen deshalb die Leute daraufhin, dass sie sich einen Teil des Lohnes dafür auf die Seite legen sollen."