Sechs Jahre alt ist die Therme Aqualux in der Obersteiermark , vier Jahre dauern bereits die  strafrechtlichen Ermittlungen rund um ihren Bau.

© Harry Schiffer/Symbol

Steiermark
04/23/2014

Wasserschlacht um Therme wird vor Gericht beendet

Nach vier Jahren Ermittlung soll es heuer Klarheit über den Fall Fohnsdorf geben.

Aqualux ist geschlossen, derzeit: Revisionsarbeiten bis 1. Mai. Wäre es nach den Prüfern des Bundesrechnungshofes gegangen, hätte Aqualux im obersteirischen Fohnsdorf für immer zugesperrt: Das sei kostengünstiger, hieß es 2011 in ihrem Bericht. Da war die Therme gerade erst einmal vier Jahre alt.

Vier Jahre dauern nun auch schon die strafrechtlichen Ermittlungen rund um den Bau. Gegen SPÖ-Bürgermeister Johann Straner und fünf weitere Verdächtige wird erhoben: Um Amtsmissbrauch und Untreue geht es. So soll es rund um Straners einstige Dreifach-Funktion Ortschef mit absoluter SPÖ–Mehrheit, Amtsvorstand und Thermen-Geschäftsführer zu Ungereimtheiten gekommen sein. Der Politiker wies solche Vorwürfe stets zurück.

"Verschleppung"

Weil sich das Verfahren gegen den roten Politiker so lange zieht, taucht in regelmäßigen Abständen die Opposition in das Thema ein. Zuletzt die Grünen: Nationalratsabgeordneter Albert Steinhauser forderte von Justizminister Wolfgang Brandstetter Aufklärung über die "Verschleppung der strafrechtlichen Verfolgung" in Sachen Fohnsdorf.

Inhaltlich ließ sich der Ressortchef in seiner soeben publizierten Antwort aber auf keine Details ein, nur soviel: Die Ermittlungen dürften "noch in diesem Jahr" abgeschlossen werden.

Das trifft sich der Einschätzung der zuständigen Staatsanwaltschaft Leoben. Die nötigen Gutachten lägen vor, jetzt liefen die Einvernahmen, betont Sprecherin Nicole Dexer. Ob noch weitere Erhebungen notwendig seien, lasse sich derzeit nicht sagen. Bis Jahresmitte dürfte aber entschieden werden, ob und gegen wen Anklage erhoben wird.

25 Millionen Euro kostete es, die Therme zu errichten. Doch das Projekt riss eine Loch in die Gemeindekasse, die Therme wurde Haftungen der Gemeinde, aber auch mit Landeszuschüssen über Wasser gehalten. Die Gemeindeaufsicht setzte nach und fand 21 Verstöße gegen die Gemeindeordnung, unter anderem angeblich nicht genehmigte Darlehen.

Das hatte politische Konsequenzen: Das Land löste den Gemeinderat auf und ersetzte den Bürgermeister durch einen Regierungskommissär. Johann Straner kehrte aber zurück: Er verlor zwar bei den Neuwahlen vor zweieinhalb Jahren einiges an Prozentpunkten, hielt aber mit 55 Prozent der Stimmen seine Absolute.

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