Das Neugeborene wird ärztlich versorgt

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Bregenzerwald
06/30/2016

Vorarlberg: Gehäufte Zahl an Fehlbildungen bei Babys

In den Bregenzerwälder Gemeinden Lingenau und Langenegg ist die Zahl an Kindern mit Fehlbildungen auffallend hoch. Experten sind auf der Suche nach möglichen Ursachen.

In den zwei Bregenzerwälder Gemeinden Lingenau und Langenegg treten bei neugeborenen Kindern gehäuft Fehlbildungen an Armen auf. Zwar wird schon mehrere Monate nach möglichen Ursachen geforscht, fündig wurde man bisher aber nicht. Neue Ansatzpunkte könnten nun noch im Sommer bzw. im Herbst vorliegen, bestätigte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) einen Bericht des ORF Vorarlberg.

Von 600 Kindern, die in den vergangenen 33 Jahren in den beiden Nachbarkommunen zur Welt kamen, weisen sechs eine Dysmelie (Fehlbildung einer oder mehrerer Gliedmaßen) auf. Statistisch gesehen heißt das, dass eines von 100 Neugeborenen diese Missbildung hat. International ist lediglich eines von 20.000 neugeborenen Kindern betroffen.

Nachdem Annette Sohler, Bürgermeisterin von Lingenau, an das Land herangetreten war, wurden umfassende Untersuchungen eingeleitet. "Wir haben uns als erstes die Umwelteinflüsse vorgenommen. Gefunden haben wir aber nichts, das Trinkwasser ist sauber", sagte Bernhard. Gesucht wurde etwa nach radioaktiven Substanzen oder Schwermetallen, ganz allgemein nach Umweltgiften, die die embryonale Entwicklung schädigen können.

Expertengruppe eingesetzt

In einem zweiten Schritt arbeitete eine dreiköpfige Expertengruppe aus dem Land einen Fragebogen aus. Dieser wurde den betroffenen Familien vorgelegt, um weitere Ansatzpunkte zu erhalten. "Dabei geht es etwa darum, wie die verwandtschaftlichen Verhältnisse sind oder welche Medikamente genommen wurden", erklärte Bernhard.

Diese Fragebogen werden derzeit von einem Spezialinstitut in Deutschland unter die Lupe genommen. "Wir hoffen, noch im Sommer bzw. im Herbst Ergebnisse zu bekommen", so der Gesundheitslandesrat. Anschließend wisse man - vielleicht - mehr.

Denn ob sich tatsächlich eine Ursache für die Dysmelie-Fälle finden lässt, ist offen.

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